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Kommentare und Themenwahl

Wer Texte veröffentlicht, bekommt Leserresonanz. In den meisten Medien ist diese Resonanz sehr klein, weil es umständlich ist, sich zu melden. Erscheint ein Artikel in einer Printzeitschrift, macht sich kaum jemand die Mühe, einen Leserbrief zu schreiben. Die wenigsten rufen bei einem Radiosender an. Wer auf einer „normalen“ Website einen Artikel veröffentlicht, den man nicht unmittelbar kommentieren kann, bekommt die eine oder andere E-Mail.

Wenn du aber bloggst oder/und auf Social Media veröffentlichst, dann öffnen sich die Schleusen. Denn jetzt ist es einfach zu kommentieren und die Leser sind explizit dazu eingeladen, sich zu melden. Das ist prinzipiell eine schöne Sache:

  • Es entsteht ein Dialog. Man kennt sich mit der Zeit.
  • Blogkommentare ergänzen einen Artikel um weitere Aspekte und eigene Erfahrungen oder gewähren neue Einblicke.
  • Mitunter entsteht eine Diskussion, was Leute untereinander in Kontakt bringt und zum Nachdenken anregt.
  • Manchmal docken andere BloggerInnen einen eigenen Artikel an [„An Fremdcontent andocken“ ist übrigens einer meiner Workshops].
  • Es gibt immer Leute, die besonders häufig kommentieren, was bei den Lesern das Gefühl einer kleinen Gemeinschaft auslösen kann.

Als Blogbetreiber gibt es aber noch weitere Aspekte:

Kommentare müssen moderiert werden: überprüft auf Inhalte, Verlinkungen, eventuell freigeschaltet. Als Blogbetreiber haften wir für das, was wir veröffentlichen, also auch für Kommentare!

Du bist aufgefordert, zu antworten: Wenn deine Leser ins Leere schreiben, haben sie schnell keine Lust mehr, sich zu Wort zu melden. Auch wenn Blogkommentare für Leser mit eigener Website einen großen Mehrwert darstellen, weil sie so auf sich selbst aufmerksam machen und Links setzen können.

Kommentare können auf mehreren Wegen auf dich zukommen: Kommentare im Blog, per E-Mail (viele Leute scheuen die öffentliche Nachricht, dafür sind E-Mails meiner Erfahrung nach oft deutlich länger und je persönlicher ein Thema ist, desto mehr Lebensgeschichte kommt mit).

„Ich finde Ihre Website gut und hab da mal eine Frage.“

Es kann, wie gesagt, auch sein, dass du Kommentare in Form anderer Blogartikel bekommst, die sich auf deinen Artikel beziehen, oder sogar Anrufe.

So schön die Interaktion mit Lesern ist, so ist sie gleichzeitig aufwändig. Je bekannter dein Blog ist, desto mehr Kommentare. Nun ist das Bloggen im Regelfall keine Arbeit, die wir bezahlt bekommen. Nun brauchst du nicht auf alles prompt zu antworten, das erwartet niemand. Und es gibt auch immer wieder Kommentare, die aus einer Mitteilung bestehen, auf die man nicht antworten muss.

Ich habe oft Zeiten, wo ich es schlichtweg nicht schaffe, auf alle Kommentare einzugehen: Dann antworte ich verzögert, bin schon mal etwas kürzer angebunden und antworte nicht so detailliert oder entscheide je nach Kommentar, wo ich antworte und wo mir jemand nur etwas mitteilt.

Darum ist die Themenwahl ein wichtiger Faktor

In vielen Fällen ist vorab einschätzbar, dass bestimmte Themen, Aufhänger oder Beispiele kontroverser aufgenommen werden.

Manchmal gibt es Themen, wo man eine bestimmte Diskussion vorhersehen kann, der man sich nicht aussetzen will. Ich habe auf meiner früheren Website viel zu Berufs- und Karrierethemen geschrieben und dabei tunlichst das Thema „Mobbing“ vermieden. Auch Klassiker wie Ernährungsformen, Raucher-Nichtraucher-Diskussionen oder Kinder-Erziehung gehören dazu.

Durch die Themenwahl lässt sich natürlich bewusst Aufruhr erzeugen. Je mehr ein Thema polarisiert und die Gemüter zum Kochen bringt, desto mehr rappelt es im Karton: Das bringt höhere Besucherzahlen, mehr Verlinkungen, erhitztere Diskussionen auf Social Media – und damit mehr Kommentare.

Überleg dir einfach vorher gut, ob und WAS du dir antun willst, Denn es ist eine Freude, konstruktive Kommentare zu lesen, selbst, wenn sie kritisch ausfallen. Aber es ist nicht schön, wenn Pöbeleien starten oder sich Leser in den Kommentaren gegenseitig heruntermachen. Sollte das passieren, ist es natürlich deine Aufgabe, das wieder in gute Bahnen zu lenken und nicht einfach danebenzustehen.

 

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