Selbstdarstellung
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Schriftlich Interviews geben

Da will dich also wer interviewen und schickt dir die Fragen per Mail. Gute Sache! Denn so hast du Zeit, dir Gedanken zu machen, was du sagen willst – und wie.

Ein gutes Interview ist eine Win-Win-Win-Angelegenheit:

  • Win für den Interviewten
  • Win für das Medium
  • Win für die LeserInnen

Um das zu erreichen, muss es

… relevante und interessante Inhalte bringen, die viel Mehrwert für die Leser enthalten. Je nach Thema kann das ein Blick durchs Schlüsselloch sein („Wie machens andere?“), konkrete Informationen, Erfahrungen, Tipps. Auch wenn du und dein Interviewpartner bestimmte Ziele verfolgen, geht es bei einem Interview IMMER um die Leser!

… lesefreundlich sein: Nur, wenn ein Interview sich flüssig liest und auch vom Layout entsprechend aufbereitet ist, bleibt man dran. Das bedeutet, dass du nicht nur FragenstellerIn bist, sondern sinnvoll eingreifen musst, um eine klare Linie zu schaffen, Dinge verständlich auf den Punkt zu bringen und gegebenenfalls zu straffen.

… echt sein + auch so klingen: Der Interviewte präsentiert sich und seine Überzeugungen, was im Businessbereich immer mit dem Ziel passiert, auf sich oder eine bestimmte Leistung/ein Produkt aufmerksam zu machen. Echt sein heißt: wahrheitsgemäß, nicht beschönigen, glaubwürdig – und mit eigenem Stempel, was die Sprache angeht.

Das ist einfacher gesagt als getan! Vor allem, wenn du dich mit schwammigen Themen und Fragen konfrontiert siehst.

Bevor du ein Interview zusagst, überleg dir:

Gastbeiträge, Interviews, Blogparaden … was bringts?

Diese 5 Informationen brauchst du, wenn du dein Interview besonders gut machen willst:

1. Worum geht es genau?

Jedes Interview hat eine klare Richtung. Wenn jemand sagt „Kann ich Sie zu Karriere interviewen?“, ist das ungenau. Geht es darum, wie man seinen Vorgesetzten zeigt, dass man was auf dem Kasten hat? Oder um den klassischen Aufstieg? Oder dass Frauen die schlechteren oder besseren Führungskräfte sind? Oder darum, mehr zu verdienen?

Hier kann es passieren, dass du direkt abwinkst. Ich habe früher Karrierecoachings gemacht und war viel in den Medien. Wie ich schon mal erzählt habe, hat mich manchmal das Prinzip eines Artikels gegruselt. Einmal ging es um „Coachees und ihren Guru“ – unter dieser Überschrift wollte ich nicht veröffentlicht werden. Einmal wollte ein Journalist von mir bestätigt bekommen, dass nur hübsche Menschen Karriere machen. Ich finde wichtig, vorher den Kontext zu kennen – nicht nur für die Qualität der Antworten.

2. Wer ist die Zielgruppe?

Nur, wenn du weißt, für wen das Interview sein soll, kannst du Inhalte und Beispiele darauf abstimmen. Es ist ein Unterschied, ob ein Interview sich an Studierende richtet oder an Führungskräfte. Oder ob es speziell an Frauen, Ingenieure oder Handwerker geht.

Für uns Selbstständige ist außerdem wichtig: Ist mir das Umfeld (die Website, das Blog, das Printmedium) sympathisch und vertrauenswürdig? Oder clasht es mit meinen Werten, Zielen beziehungsweise könnte es zu Anfragen führen, die ich gar nicht erfüllen will?

3. Was ist der Umfang?

Die Textmenge ist extrem wichtig, denn du kannst zu jeder Frage weiter ausholen oder dich knapper halten. Hast du wenig Platz, wirst du ganz andere Dinge auswählen. Außerdem machst du dir vielleicht ewig viel Arbeit, und anschließend wird 80 % wieder gekürzt. Also frag vorher nach, wie viel Platz ist.

4. Was ist die Gegenleistung?

Vielleicht ist dir das nicht wichtig, weil es ein Freundschaftsdienst ist oder eine große Publikation und dir das reicht. Da ein Interview immer Arbeit macht, ist es durchaus relevant: Gibt es eine Autorenbio mit link? Oder kannst du dein Buch nennen etc.? Print-Interviews machen selten richtig Werbung, sondern es ist meist nur Name + Beruf genannt.

5. Bis wann? + Wann ist Erscheinungstermin?

Das eine ist die Deadline, bis wann du die Antworten abgeben musst. Hast du keine Zeit, kannst du ein Telefon-interview anbieten, wenn das für dich schneller geht.

Das andere ist der Erscheinungstermin, damit du es anschauen kannst, wenn du nicht automatisch einen link bzw. ein Belegexemplar bekommst. Achtung: Auch Interviews unterliegen dem Urheberrecht! Selbst, wenn du die Hauptperson bist, darfst du nicht einfach ungefragt das Interview scannen oder bei dir veröffentlichen.

Ebenfalls im Vorfeld ansprechen würde ich die Freigabe,

… das heißt, dass du das Interview vor der Veröffentlichung noch mal siehst. Bei Medien-Interviews ist das häufig nicht der Fall, besonders wenn man dich für einen Artikel befragt hat. Oft schickt man dir dann nur deine O-Töne, nicht aber den ganzen Artikel. Das ist nicht optimal, denn mitunter wird im Fließtext etwas behauptet oder ein Zusammenhang hergestellt, der nicht so ganz dem entspricht, was du gesagt hast.

Sei bei der Freigabe nicht kompliziert! Wenn was nicht das Wahre, aber auch nicht tragisch ist, und du damit leben kannst, lass es so. Medien arbeiten gerne mit unkomplizierten Interviewpartnern.

Hier findest du 7 typische Probleme bei Interviews.

 

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