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Artikel-Formen: Checkliste

Checklisten sind eine feine Sache: Ob Packliste für den Urlaubskoffer, praktische Hilfe zur Veranstaltungsorga oder fürs Festlegen einer bestimmten Vorgehensweise – die Möglichkeiten sind vielseitig. Außerdem sind sie das perfekte Trainingsfeld für diverse Autorenfähigkeiten.

Denn für Checklisten ist gefragt:

  • eine klare Struktur
  • Weit- und Überblick
  • auswählen + begrenzen können
  • einfache Verständlichkeit
  • eine logische Abfolge von Aufgaben und, je nach Liste, gute Zeitplanung

Vor allen Dingen schulst du dich darin, komplexe Sachverhalte klar und schlüssig auf den Punkt zu bringen.

Was ist die Absicht?

Schreiben ist Freiheit! Du kannst Checklisten gestalten, wie du willst. Entscheidend ist – wie immer, wenn du wirklichen Mehrwert bieten möchtest –, dir vorher Gedanken zu machen, was du beabsichtigst. Dazu gehört:

Das Thema

Ja, auch bei einer Checkliste brauchts ein konkretes Plankton-Thema:

Wer bei einer Checkliste zu riesig oder/und zu schwammig reingeht, bleibt an der Oberfläche oder das Ding wird so unübersichtlich, dass es im Alltag nichts bringt. Doch gerade eine Checkliste soll ja praktisch nutzbar sein.

Je konkreter du von Anfang an bist, desto konkreter kannst du ausdenken, was in welcher Form wichtig ist. Wenn ich schreibe „Checkliste für eine erfolgreiche Bewerbung“, komme ich ins Schwimmen. Denn das ist ein irre komplexes Thema! Sobald ich konkretisiere „Checkliste, wie du es schaffst, im Telefoninterview einen bleibenden Eindruck zu machen“ wird die Qualität sofort besser. Außerdem verpulverst du deine Themen nicht mit irgendwelchen willkürlichen Pseudo-Informationen, die die Leser eh schon kennen.

Die Zielgruppe

Je nach Checkliste hast du vielleicht keine konkrete Zielgruppe. Ein Zahnarzt kann eine Checkliste geben, wie man sich die Tage nach einer Zahn-OP am besten verhält – das gilt dann natürlich für jeden.

Es gibt Checklisten, die sich explizit an Fachfremde oder Anfänger wenden – oder an absolute Profis. Oder du machst eine Verhaltens-Checkliste für ängstliche Menschen … Ich brauche gar keine weiteren Wörter darüber zu verlieren, dass davon die gesamte Checkliste abhängt:

  • was genau reinkommt.
  • in welcher Form (Wissenslevel, Sprache, Fachjargon, Erklärungsgrad)

Hier spielt natürlich der Kontext eine Rolle, in der die Checkliste erscheint. Ist sie Bestandteil eines Handbuches, von Seminarunterlagen oder sonstiger weiterer Infos, die direkt dabeistehen, dann fallen Auswahl und Erklärungen eventuell wieder anders aus. Je nachdem, ob die Checkliste eher als Wiederholung/Zusammenfassung gedacht ist oder ob sie ergänzend zum Fließtext separat verständlich sein muss (etwa, weil die Checkliste für die Pinnwand gedacht ist).

Die Art der Checkliste

Wie gesagt: Du kannst alles machen. Die Checkliste ist einfach ein weiteres Format. Fünf gängige Checklisten-Arten sind:

Es ist elementar, sich vor dem Bestücken darüber klar zu sein, welche Checkliste es werden soll. Denn Umfang, Auswahl, Formulierungen + Layout können davon stark abhängen.

Eine kurze nähere Erklärung:

Verhaltens-Checkliste für den Alltag. Der Leser bekommt Verhaltenstipps, was er tun kann, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder an etwas zu arbeiten. Beispiele: So bringen Sie einen Choleriker runter; Verhalten nach einer Zahn-OP, damits schneller heilt; Wirkungsvoller bei der Telefonakquise für Selbstständige; …

Sicherheits-Checkliste für Standard/Wartung/Risiko. Das kann gleichzeitig eine Verhaltens-Checkliste sein (z. B. In einem Bürogebäude das Verhalten im Brandfall; Umgang mit einer bestimmten Chemikalie; Vorbereitung eines OP-Saales), es kann aber auch eine Produktinformation sein, wie man xy tut oder dafür sorgt, dass ein Produkt länger funktionsfähig bleibt. Alles, was mit Sicherheit zu tun hat, hat nochmal ein anderes Gewicht – besonders, wenn hier nicht nur etwas sichergestellt werden soll, sondern weil es sonst gefährlich werden kann.

Organisations-Checkliste für ein Vorhaben/Event. Von Varianten der Kofferpackliste („Drei Wochen wandern fern der Zivilsation: Das sollte in deinen Rucksack!“; „Verreisen mit Kleinkindern in ein Ferienhaus aufs Land – das sollte neben Klamotten und Waschzeug dabei sein“) bis hin zu Veranstaltungen („Last-Minute-Checks, die eine vertraute Person am Hochzeitsmorgen machen sollte, damit der Tag reibungslos abläuft“; „Für Selbstständige: Vor- und Nachbereitungen für Messebesuche“).

Reflexions-Checkliste, um sich (oder ein Team) gezielt zu hinterfragen: Zentrale Themen lassen sich hervorragend mit konkreten einzelnen Fragen zusammenfassen, die nach relevanten Unterpunkten sortiert sind. „Bin ich ein guter Chef/Freund/Organisator …?“; „Wie gut arbeiten wir zusammen?“; „Wie gehen wir im Unternehmen mit Fehlern um?“

Achtung: Bei einer Checkliste geht es darum, Fragen zusammenzustellen, die gleichzeitig ganz gezielt jeweils einen empfehlenswerten Faktor aufgreift. Nur irgendwelche Fragen zusammenzustellen, ist nicht automatisch eine Checkliste. Fragen zu stellen wird übrigens meistens unterschätzt: 5 weit verbreitete Makel bei Leitfragen

Die Überblick-Checkliste ist streng genommen keine eigene Art, sondern ein besonderes Einsatzgebiet für die oben genannten Varianten. Ich kann ein beliebiges Thema so aufbereiten, dass es eine Checkliste ist, die gleichzeitig wie ein Inhaltsverzeichnis fungiert. Zum Beispiel schreibe ich in einem Blog eine Verhaltens-Checkliste „Deeskalierendes Verhalten, wenn es zu einem Konflikt kommt“. Aber da das Thema komplexer ist und ich gerne wichtige Details bringen will, mache ich eine Artikel-Reihe daraus. Die Checkliste steht für sich alleine, aber nach und nach schreibe ich weitere vertiefende Artikel, die ich dann in dieser Übersichts-Checkliste verlinke. – Dieses Prinzip ist ebenfalls nützlich für Bücher oder Seminarunterlagen.

Einsatzideen

Mal abgesehen davon, dass so eine Checkliste – wenn sie gut gemacht ist – deinen Lesern total praktischen Mehrwert bringt, kannst du sie verschieden einsetzen:

  • Vielseitiger zu bloggen heißt auch, mit Artikel-Formen zu spielen. Ein Blogartikel in Form einer Checkliste ist wunderbar. Doch ihn [nur oder zusätzlich] als Download zur Verfügung zu stellen, ist noch viel besser! Denn dann hast du die Gelegenheit, hübsch gelayoutet, mit Logo und sofort ausdruckbar einen Extra-Service bereitzustellen. Deine Leser freuen sich und wenn der Download gut ist, wird er besonders gerne auf Social Media verlinkt.
  • Checklisten können Seminarunterlagen, Bücher, etc. bereichern: Entweder, weil sie Gelerntes für den Praxis-Transfer „übersetzen“; als Erinnerung die wichtigsten Aspekte zusammenfassen oder zusätzliche Anleitungsschritte ergänzen. – Für die meisten Seminare wäre es sogar viel praktischer, überhaupt keine ausschweifenden Unterlagen auszugeben, sondern die Kerninformationen in Checklisten zu packen.
  • Checklisten als Marketing-Goodie. Eine richtig gute Checkliste auf einer Postkarte oder als Handout auf einer Veranstaltung ist viel mehr wert, als langweilige Selbstdarstellungsflyer, die eh meist im Müll landen. Wenn das dann noch praktisch für den Alltag gestaltet ist, zum Beispiel eine hübsche Karte, die man sich vor die Nase hängen kann, sind dein Logo und deine Kontaktdaten immer in Sicht.

Schließlich ist eine Checkliste ein wertvolles Brainstorming für dich selbst. Du kannst dir mit diesem Format überlegen, was alles relevant ist – und die Checkliste selbst gar nicht veröffentlichen, sondern als Themenquelle für spätere Artikel verwenden.

 

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