typische Fehler

5 Leser-Reaktionen, die es zu vermeiden gilt

Schreiben Selbstständige über ihr Fach, sind sie meist total mit sich beschäftigt:

  • Ich will über ein bestimmtes Thema schreiben.
  • Ich will dieses und jenes erreichen.
  • Wie mache ich das am besten?

Dazu kommt, dass wir mit unserem Expertenkopf eine ganz eigene Sicht auf die Dinge haben. Sehr oft gerät der Leser, dem der Text ja was bringen soll, total in den Hintergrund.

Sogar wenn die Zielgruppe klar benannt ist!

Wer schon mit mir zusammen geschrieben hat [beziehungsweise oft im Blog mitliest], weiß, dass ich darauf poche, sich vorher über die Zielgruppe, für die der Text sein soll, klarzuwerden.

Manchmal sind Artikel für eine größere Gruppe, zum Beispiel „Führungskräfte“ oder „EinzelunternehmerInnen im Home-Office“. Doch je nach Business und einzelnen Texten zielst du mit einem Artikel auf eine konkretere Zielgruppe ab. Zum Beispiel:

  • Männer, die sich für beziehungsunfähig halten
  • alle, die gern viel arbeiten, aber denen manchmal alles über den Kopf wächst
  • unsichere Frauen, die sich nicht trauen, für sich einzustehen
  • genervte Führungskräfte, die sich mit Konflikten nicht befassen wollen, „weil wir doch alle erwachsene Menschen sind“
  • total erschöpfte Menschen, die langsam auf dem Zahnfleisch daherkommen

Je stärker du deine Zielgruppe vor Augen hast, desto besser wird dein Text. Allerdings nur dann, wenn du wirklich die Perspektive wechselst: Denn die individuelle Situation und Befindlichkeit der Leserschaft, die du erreichen willst, beeinflussen gravierend das WAS und WIE deines Textes.

Erschwerend kommt hinzu:

Den Leser gibt es nicht.

Wir haben es mit ganz unterschiedlichen Menschen zu tun – mit individuellen Persönlichkeiten, Lebensumständen und verschiedenem Wissensstand. Vermittelst du also nicht nur Informationen, die für jeden gleich sind (z. B. Computerkenntnisse, Sprachtipps, Sportinfo …), sondern geht es auch um Verhalten, Denke und Emotionen, wirds komplexer: Die Besonderheiten bei Persönlichkeits- und Lebensthemen.

Jetzt aber keine Sorge: Allen recht machen wirst du es nie. Und das muss gar nicht sein! Wichtig ist allerdings, dass deine Zielgruppe das, was du schreibst, flüssig lesen, verstehen und annehmen kann.

Damit du nicht eine dieser fünf Reaktionen auslöst:

Schwindlig wird deinen Lesern …

…, wenn du zu viel reinpackst:

  • zu große Brocken
  • zu viele Themen
  • zu viel „Tu dies! Tu jenes!“

5 Dinge, die für deine Leser schnell anstrengend werden können

Dieses ZU VIEL WOLLEN ist praktisch eine Berufskrankheit. Du kennst dich total gut in deinem Fachthema aus, idealerweise bist du engagiert und hast einen richtigen Mitteilungsdrang. Doch jetzt will beim Schreiben gerne viel zu viel auf einmal raus.

Beim Schreiben gilt: Weniger ist mehr!

Darum geh nicht in die Breite, sondern sprich pro Artikel weniger an, das aber richtig differenziert. Dann können deine Leser einfacher folgen, es besser verdauen und bekommen außerdem viel mehr Anhaltspunkte von dir, wie-wo-was sie damit für sich selbst anfangen können.

Leser verwirren …

… und/oder sie ratlos zurückzulassen, ist generell eine schlechte Idee! 😉

Ziel eines Textes ist, dass er von oben bis unten flüssig zu lesen ist. Dann bleiben Leser am ehesten dran. Vor allem sorgt dieses nahtlose Durchlesen fürs Verstehen. Denn wann immer das Hirn über etwas stolpert, bleibt es buchstäblich hängen.

Ich bin es, das Gehirn Ihrer Leser

Hier im Blog findest du sehr viele Artikel rund um Lesefreundlichkeit, den roten Faden, Gedankenschleifen, Logik und schlüssiges Schreiben. Da gibts wirklich viel zu sagen.

Wir als Autoren wissen, was wir meinen. Darum fallen uns solche Hä-Stellen im Text oft selbst nicht auf. Das stört den Lesefluss: Aufmerksamkeitskidnapper

Auch die Präsentation kann den Lesefluss beeinträchtigen: 10 Formatierungen, die deinen Text unlesbar machen

Zweifel an dir + deinen Inhalten …

Idealerweise gibst du deinen Texten eine persönliche Note: Du „beschreibst“ nicht nur neutrale Informationen, die schon überall stehen, sondern willst mit jedem deiner Texte wirklichen Mehrwert bieten.

Deine Blog- oder Newsletterartikel, Bücher oder Selbstlernkurse zeigen deine Art und Herangehensweise, damit sie dein Business stützen. Voraussetzung dafür ist, dass deine Leser etwas mit deinen Inhalten TUN, um idealerweise handfeste Aha-Effekte zu haben und spürbaren Nutzen daraus zu ziehen. Doch dafür brauchts Glaubwürdigkeit.

Wann immer deine Leser dir was glauben sollen, müssen sie dir trauen.

Im richtigen Leben gilt das ganz genauso. Allerdings wirkst du da persönlich: Deine Art wird deutlich + untermauert durch Körpersprache, Sprechweise, etc. Da die allermeisten Selbstständigen eine gute bis sehr gute Wirkung haben, hilft das enorm. Wer einen schlechten Tag hat oder in einer bestimmten Situation sehr unsicher oder inkompetent rüberkommt, hat Pech gehabt [das geht jedem mal so!].

Schriftlich hast du deine persönliche Wirkung nicht automatisch. Gemeinerweise fällt uns aufgrund des Expertenkopfes nicht unbedingt auf Anhieb auf, wenn ein Text weniger glaubwürdig ist. Doch sobald sich Zweifel melden, entfernt sich der Leser von deinen Inhalten:

  • Weiß die Person überhaupt, wovon sie spricht?
  • Versteht sie mich und meine Situation?
  • Ist das, was sie mir rät, wirklich für mich passend/kann ich es in meinem Alltag nutzen?

Hier im Blog gehts andauernd um deine Wirkung und damit auch um das Vertrauen in dich.

Hervorheben will ich diese vier Zweifelschürer:

„Anti“ oder defensiv machen …

Sollen Texte deinem Business so richtig was bringen, müssen sie deinen Stempel tragen. Darum ist es sehr gut, einen klaren Standpunkt zu vertreten – was beim Schreiben nicht unbedingt leicht fällt:

Die Art, wie du über etwas schreibst, kann allerdings zu einer Anti-Haltung führen. Damit meine ich nicht einfach Widerspruch. Dass jemand anders denkt oder dir das sagt, ist ganz normal – das soll und darf so sein.

Mit „Anti-Haltung“ ist gemeint, dass der Leser sich auf ungute Weise auf die Füße getreten fühlt. Das passiert beispielsweise,

wenn du unbemerkt deine Zielgruppe abwatscht: Dich negativ oder grob über sie oder eine Verhaltensweise äußerst. Oder ihr so richtig die Schuld für etwas gibst.

wenn du ihr etwas überstülpst: Ihr beispielsweise klischeeartig irgendwas unterstellst („Wir Frauen trauen uns ja nie, was zu sagen!“ – „Männer können einfach nicht kommunizieren!“).

wenn der Leser das Gefühl hat, dass du seine Situation zu sehr vereinfachst („Du musst nur …!“, „Dann machst du 1, 2, 3 und schon …“).

Schließlich ist da noch das Polarisieren. Hier heißt es, vorher abzuwägen: Ist es mir wichtig, eine bestimmte Botschaft rüberzubringen? Stehen Form und Formulierung dem im Weg? Oder entscheide ich mich ganz bewusst für einen polarisierenden Standpunkt beziehungsweise eine Formulierung, die das Blut meiner Leser in Wallung bringt, damit aber leider die Aufmerksamkeit auf einen Nebenschauplatz lenkt.

Anti-Haltung oder Defensive ist immer eine Frage des WIE. Das ist wie bei Gesprächen: Meiner Erfahrung nach kann man jedem alles sagen, es kommt auf die Motivation an und wie du es formulierst. Nicht zu verwechseln mit Samthandschuhen, um den Brei schleichen oder rohen Eiern.

Schlecht fühlen

Sehr viele von euch schreiben über persönliche Themen, die das Ich und das Leben unserer Leser berühren. Das gilt genauso für die oben angesprochenen Wissensvermittler, wie Sprach- oder Computertrainer: Denn natürlich habt auch Ihr Themen, die sich mit Denke, Verhaltensweisen und Emotionen befassen.

Hat die Zielgruppe Hemmungen, kennt sie sich so gar nicht aus oder sabotiert sie sich mit Gewohnheiten, bist du sofort in der persönlichen Schiene.

Darum ist es besonders wichtig, dran zu denken, deine Leser fest an die Hand zu nehmen. Je persönlicher, desto verständnisvoller:

Was du für deine Leser noch tun kannst – Teil 1 bis 3

Darüber stolpern leider gerade Coaches, Berater und Therapeuten oft unabsichtlich, denn wenn sie mit ihren Klienten persönlich zu tun haben, können sie mit ihrer Art, Ausstrahlung und Stimme viel intensiver – und menschlicher – auf ihr Gegenüber eingehen.

Dieses Band, das sie im persönlichen Kontakt meist schnell knüpfen, gibt es bei Texten nicht automatisch. Dann kann es passieren, ein Problem oder seine Lösung zu stark zu vereinfachen, was den Lesern sogar noch ein schlechtes Gefühl vermittelt: „Ich bin zu dumm dafür!“, „Offenbar ist es ganz leicht und andere können das – nur ich kann es wieder nicht.“, „Mein Problem ist nicht wichtig, anderen geht es noch schlechter!“