Blog + Newsletter

Der Newsletter – ein ganz besonderes Marketingwerkzeug

Ja, die Zeiten ändern sich. Mittlerweile gibt es eine Vielfalt an Social Media-Kanälen, und das ist gut so! Denn als LeserInnen können wir wählen, wie wir Informationen am liebsten bekommen.

Bei vielen bedeutet das, dass sich die Newsletterabonnenten verringern, dafür dann die Facebook-Fans oder Blogabos steigen. Dennoch ist und bleibt der Newsletter für uns EinzelunternehmerInnen ein extrem wertvolles Werkzeug. Denn es hat was, das andere nicht haben – er ist gewollt. Und er wird von keinem Algorithmus einfach ausgeblendet.

Bei herkömmlichen Marketing- und Werbemaßnahmen gibst du von dir aus etwas raus in die Welt: Ich bin toll! Ich biete dies-und-das! Hier ist mein spezielles Angebot!

Das ist eine sehr einseitige Angelegenheit und in der Regel ein Blindschuss. Denn du weißt nicht, ob die Empfänger wirklich interessiert sind und Bedarf haben. Das kannst du nur annehmen und dann mal in Richtung der angepeilten Zielgruppe „tönen“, um zu sehen, ob was zurückkommt.

Bei einem Newsletter fordern deine Leser was bei dir an. Sie sind an deinem Thema interessiert und was du dazu zu sagen hast. Zumindest dann, wenn du deinen Newsletter nur auf Abonnement verschickst [und nicht einfach Adressen in deinen Verteiler einträgst, was nicht nur die Empfänger gehörig vergrätzt, sondern auch abmahnfähig ist].

Das macht einen Newsletter zu einem irrsinnig wertvollen Kapital:

Die Aufmerksamkeit von Lesern, potenziellen Kunden und Weiterempfehlern gehört dir zu 100 %, weil die Abonnenten das, was du an sie schickst, haben wollen.

Abonnenten- und Auftragszahlen steigen an, wenn dein  Newsletter gut gemacht ist und deinen LeserInnen wirklich etwas bringt – und zwar so handfest, dass sie ihn in der  Informationsflut von Websites/Blogs, Newslettern und Social-Media wirklich lesen „müssen“.

Natürlich: Von nichts kommt auch da nichts! Es genügt nicht, Newsletter zu erstellen, eine Abo-Box auf die Seite setzen und dann jeden Tag auf den Verteiler zu klicken, ob denn jetzt neue Abonnenten da sind. Wir müssen schon die Werbetrommel dafür rühren. Es gibt zahlreiche richtig gute Newsletter da draußen mit zwei- oder niedriger dreistelliger Abonnentenzahl, von denen die Zielgruppen schlichtweg nichts wissen!

Ich bin seit bald 20 Jahren selbstständig und Newsletter sind seit jeher mein Marketingwerkzeug Nr. 1. Aus dieser Erfahrung kann ich dir folgende grundsätzlichen Punkte ans Herz legen.

Bei einem monatlichen Newsletter hast du „nur“ 12 wertvolle Kontaktpunkte – nutze sie überlegt

Dieses Nur ist wichtig! Alle vier Wochen hast du diesen engen Kontakt und die Aufmerksamkeit deiner Empfänger. Aber: 12 ist wenig im Verhältnis zu dem, was du alles zu bieten hast. Darum ist es wichtig, nicht spontan draufloszuschreiben, sondern die Themen klug zusammenzustellen.

Das Allerwichtigste ist, dass du eine eindeutige Zielgruppe definiert hast und dein Newsletter ein klares Konzept hat. Wer verschiedene Zielgruppen und total unterschiedliche Themen in eins „wurstet“, hat eine Schrotflinte statt eines sinnvollen Marketingwerkzeugs.

Nicht jeder Newsletter wird von jedem Abonnenten gelesen

Die 100 %ige Aufmerksamkeit ist natürlich nie auf deinen gesamten Verteiler bezogen. Denn im Alltag werden Newsletter oft spontan nur überflogen, weggeklickt (für später oder ganz) oder direkt in den Papierkorb geleitet, statt abgemeldet.

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass deine Empfänger lesen, gibt es drei simple Tipps:

  • Schreib deinen Namen oder Name + Firma ins Absenderfeld. Nie nur den Firmennamen, weil das unpersönlich ist und wie eine Werbesendung wirkt. Werbung wird von Haus aus anders beachtet.
  • Gleiches gilt für den Betreff: Sei aussagekräftig und individuell. Schreib also nicht „Newsletter Nr. 45“ oder sowas, sondern mach einen aussagekräftigen Betreff zu dem Thema, um das es heute im Newsletter hauptsächlich geht.
  • Entscheide dich für ein Newsletter-Thema das für die meisten deiner LeserInnen relevant ist. Von Zielgruppe und Inhalten her darf es im Newsletter nie zu speziell werden, denn wenn ein Newsletter als nicht nützlich erscheint, wird er abgemeldet. Hast du parallel ein Blog, kannst du speziellere Themen bloggen und ergänzend im Newsletter linken oder anteasern.

Repräsentiere dein Themenspektrum entsprechend der angepeilten Ziele + Zielgruppe

Es gibt Selbstständige, die ihr Business sehr klar ausgerichtet haben:

  • Sie sind entweder auf ein konkretes Thema spezialisiert, z. B. Vortragsspezialist, Geburts- und Stillberaterin, schreiben lernen.
  • Oder sie haben sich ein eindeutiges „Dach“ gegeben, unter dem verschiedene Leistungen eindeutig in die gleiche Richtung gehen. Zum Beispiel ist jemand auf Krisen spezialisiert und bietet zu Beziehungs-, Berufs- und persönlichen Krisen diverse Leistungen.
  • Dann gibt es Selbstständige, die ihren Newsletter auf ein Teilthema ausgerichtet haben, z. B. Der Konflikte-Newsletter. Man muss nicht immer über sein gesamtes Fachthema schreiben.

Schwieriger ist es, wenn man diese klare Ausrichtung in seinem Business bisher nicht hat. Dazu zählen „Berater, Trainer, Coaches“, die alles Mögliche anbieten – und damit zwischen Themen und Zielgruppen springen.  Für einen selbst ist das oft gar nicht so klar. Doch wer beispielsweise Führungskräfte, Ehepaare und Verbände coacht und dann im Newsletter ständig wild wechselt, fabriziert ein Chaos, das jeden Monat nur für einen Teil der Abonnenten was bringt.

Ein hoher „redaktionellen Inhalt“ = Mehrwert!

Bei Newslettern gibt es leider zwei ganz weit verbreitete Extreme:

Die einen setzen den Newsletter wie Werbepost ein, sparen an konkreten, für die Leser nützlichen Inhalten und posten oberflächliche Informationen mit viel Eigenwerbung.

Die anderen tun so, als seien sie eine Newsletterredaktion, deren Aufgabe es ist, den Empfängern ganz viel Wissen zu schenken. Dabei vermeiden oder versäumen sie es, aktiv zu zeigen, dass sie ein Business sind. Oder gehen davon aus, dass das eh klar ist, weil der Name und die Berufsbezeichnung ja im Newsletters steht und man ja auf die Website klicken kann.

Ein Newsletter verschenkt Wissen. Du demonstrierst damit, wer du bist, wie du denkst und was du kannst. Du lässt deine Leser [= potenziellen Kunden] direkt erleben, was du ihnen bringst.

Selbstverständlich müssen deine LeserInnen fest im Kopf haben, dass und was du zu verkaufen hast. Damit meine ich nicht nur Werbelinks. Wie ich hier im Blog und in den Workshops immer wieder zeige, kannst du durch deine Artikel aktiv einbringen, dass und was du machst. Eine wesentliche Rolle spielt dabei, dass du wirklich deine Persönlichkeit und deine Eigenarten einbringst. Sind Artikel nützlich, aber so geschrieben, dass sie von jedem sein könnten, verschenkst du wahnsinniges Potenzial.

Hab was zu verkaufen!

Ja, ein Newsletter verschenkt Wissen – aber unser Ziel als EinzelunternehmerInnen ist: Wir wollen Aufträge. Bare Münze, Baby!

Es wird immer nur ein Bruchteil kaufen, manche erst nach Jahren. Die meisten nie. Das ist total normal.

Aber du darfst im Newsletter nicht verstecken, was es zu kaufen gibt. Viel zu viele Leute stecken enorm Arbeit in ihre Texte, bieten manchmal richtig viel Nutzen – aber verkaufen tun sie nichts. Das liegt nicht daran, dass jeder nur alles kostenlos will.

Sofern der Mehrwert stimmt und du dich als Person mit deinen Leistungen konkret + glaubwürdig darstellst, idealerweise einen Draht zu deinen Lesern knüpfst, verkaufst du darüber auch.

Hakts an einem dieser Punkte, dann klappts nicht mit den Aufträgen. Gern übersehen: Newsletter-Abonnenten sitzen überall. Also solltest du was haben, das regional unabhängig zu kaufen ist. Wer ausschließlich in seinem kleinen Dorf persönliche Beratungen macht, aber lauter Leser hat, die Hunderte von Kilometer weit weg sind, wird kaum via Newsletter Aufträge bekommen. Gibts Beratungen außerdem online (Skype, E-Mail, …) oder Selbstlernkurse, sieht das gleich ganz anders aus.