Struktur

Nützliche Quickies: „Was ist eigentlich?“-Varianten

Begriffserklärungen sind immer hilfreich. Doch das „Was ist eigentlich“-Format muss sich nicht auf Frage-Antwort beschränken.

Du kannst das Prinzip hervorragend etwas weiter anreichern: Damit steigt der Mehrwert und du bringst dich auf ganz neue Ideen.

  • Das Tolle an solchen Vorlagen ist besonders, dass sie sich flott schreiben. so kannst du zwischendurch mal eben richtig gute Quickies raushauen, damit sich immer etwas im Blog oder auf Facebook tut.
  • Du kannst es zu einem wiederkehrenden Artikel-Format machen, das du separat verschlagwortest oder – je nach Blogkonzept und Ausgestaltung des Formats – sogar eine eigene Kategorie spendierst.
  • Und du kannst von vornherein eine Artikel-Reihe damit planen.

Ich reiße jetzt hier nur ein paar Anregungen an. Nimm den Spielball auf!

Die „Reinform“: Nur eine Begriffserklärung

z. B.

Was sind Ich-Botschaften?
– Antwort geben

Fertig.

Hier beantwortest du wirklich nur den Begriff – das kann ein Fremd- oder Fachwort sein, eine Methode, ein Prinzip, ein Produkt, oder oder oder.

Die Antwort kann unterschiedlich tief ausfallen. Mal ist nur der Begriff erklärt, mal ist die Herkunft interessant oder der Zusammenhang, in dem er genutzt wird.

Eine Variante ist es, das Ganze am Unterschied aufzuhängen:

  • Was ist der Unterschied zwischen Vegetarieren und Veganern?
  • Was ist der Unterschied zwischen klugem Nachgeben und Kleinbeigeben?
  • Was ist der Unterschied zwischen [Fremdwort A] und [Fremdwort B]? –  wenn was in deinem Fach gern verwechselt wird.

„Reinform“ plus Hirnhilfe

Bei manchen Begriffen nützt es den Lesern, wenn sie zusätzlich etwas bekommen, das ihr Hirn besser abspeichern kann.

  • Du kannst dir das so vorstellen, dass … (bildhafter Vergleich)
    oder
  • Eine tolle Eselsbrücke dazu:
    oder
  • Ein Spruch oder ein Prinzip, das im Akutfall einfällt, weils so griffig ist. Sowas ist besonders hilfreich, wenn es darum geht, dass die Zielgruppe ihr Verhalten ändern kann. Also zum Beispiel bei einem Streit sich erinnert, dass die Ich-Botschaft weiterbringt und sie merkt, dass sie gerade zu Vorwürfen ansetzt.

„Reinform“ plus Bewertung

Was sind Ich-Botschaften?
– Antwort geben + dann auf die Antwort bezogen eine Bewertung
– Das ist [Quatsch/wichtig/schädlich/überholt/nicht immer zweckmäßig/falsch verstanden/komplexer als es klingt, weil …]

Diese Bewertung muss nicht deine eigene sein, du kannst aufgreifen, warum etwas nach wie vor propagiert oder kritisiert wird:

Was sind Ich-Botschaften?
– Antwort geben + dann auf die Antwort bezogen eine Bewertung:
– Kritiker vertreten die Auffassung, dass … (oder „Viele tun das sofort als Hippikram ab, weil) und dann deine Ansicht/Erklärung, was du dazu meinst – vielleicht ist das eine komplett oder teilweise Zustimmung, eine Widerrede, eine Einschränkung, o. Ä.

Eine schöne Spielart ist, den Lesern was zu unterstellen. Das funktioniert besonders gut, wenn du etwas aufgreifst, von dem du schon weißt, dass deine Zielgruppe anti sein wird oder skeptisch ist.

Was sind Ich-Botschaften?
– Antwort geben + dann auf die Antwort bezogen eine Bewertung:
– Vielleicht kräuseln sich dir jetzt die Zehennägel, weil du …
– Daraufhin deine Ansicht/Erklärung.

„Reinform“ mit Pro + Kontra

Was sind Ich-Botschaften?
– Antwort geben
– [dann kommt das Pro:] Für Ich-Botschaften spricht … Oder: Ich-Botschaften sind besonders nützlich, weil …
– [das Kontra:] Gegen Ich-Botschaften spricht … Oder: Die Kehrseite der Medaille ist, dass bei Ich-Botschaften … Natürlich kann auch eine andere Einschränkung kommen à la „In der Realität ist es einfach oft zu schwer, ad-hoc auf Ich-Botschaften umzuschwenken“
– [optional: eine darauf aufbauende weitere Erklärung, in Form einer eigenen Ansicht, z. B. „Aber“ oder „Für mich überwiegt“ oder „Ich nehme mir vor, dass …“]

Eine andere Variante ist es, das Pro oder das Kontra bereits in die Antwort zu packen:

Was sind Ich-Botschaften?
– Antwort geben + dabei das vorrangige Pro oder Kontra (eins von beiden) mit einstricken. Wenn du das Kontra hervorhebst, kannst du das im nächsten Abschnitt erklären oder etwas gegenüberstellen.
– mit einer Einschränkung: „Das ist kurzsichtig gedacht, weil …“ oder „Immer langsam mit den jungen Pferden!“ + dann die Begründung geben oder mit einem Gegenpol: „Bitte nicht vergessen dass, …“ oder „Es gibt triftige Vorteile, die für Ich-Botschaften sprechen“

„Reinform“ mit Selbstversuch

… das geht nicht bei jedem Thema, aber bei überraschend vielen klappts schon, wenn es dir darum geht, dass die Leser sich ein Stück weit auf was einlassen:

Was sind Ich-Botschaften?
– Antwort geben
– Probiers aus – das ist wichtig: [kurzes Beispiel oder/und mit Tipps, woraufs bei Ich-Botschaften ankommt – optional mit Hinweis, was man nicht tun sollte]

Selbstversuch muss nicht immer bedeuten, dass der Leser etwas sofort selbst tut. Es geht darum, sich einzulassen. Beim Unterschied „Veganer und Vegetarier“ kann die Anregung sein, bei der nächsten Begegnung nicht sofort gegenzureden sondern interessiert (!) nachzufragen.

… aus diesen wenigen Beispiel-Schablonen lassen sich endlos viele Blogbeiträge machen!

Für alles gilt: Nicht ohne Konzept!

Je kürzer und einfacher so ein Artikelformat wirkt, desto mehr verlockt es dazu, einfach so draufloszuschreiben. Doch gerade flotte, kurze Texte werden dann meist nichtssagend.

Erst recht, wenn du dich zu oberflächlich an allgemeinen Begriffsdefinitionen entlanghangelst. Interessant und einzigartig werden Texte erst, wenn sie von dir selbst sind.

Wer schon in meinen Workshops war: Unbedingt die üblichen Konzeptionsschritte machen, bevor es an den Entwurf geht! Und wer meine Vorgehensweise noch nicht kennt, kann sich durch die Schreib-Basics stöbern.