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Deine Grundsätze

Jeder hat bestimmte Grundsätze, nach denen er lebt – in Bezug aufs Fachthema und ganz generell.

Überzeugungen, nach denen wir konsequent handeln (manchmal wirken sie im Hintergrund, ziehen sich konsequent durch Leben + Arbeit).

Dinge, die wir anderen immer wieder ans Herz legen oder regelrecht predigen. 😉

Sich dieser Grundsätze bewusst zu werden, lohnt sich gleich mehrfach:

Du kommst dem, was dich ausmacht und wie du bist, viel stärker auf die Spur, was deine Selbstdarstellung echter macht. Das gibt dir die Chance, aus der Masse der Mitbewerber hervorzustechen, denn die meisten präsentieren sich total neutral. Und du sprichst die Leute an, die zu dir passen.

Du hast eine deutlichere eigene Stimme, die deine Art + Herangehensweise zeigt. Das überzeugt deine Leser mehr von deinen Inhalten, weil du wirklich etwas zu sagen hast: Mitteilungsdrang + Spürbar: Mangelndes Engagement

Jeden Grundsatz kannst du als Thema nutzen: Je nachdem, worum es geht, kann es das Thema für einen Blog- oder Newsletterartikel sein. Geht es um etwas Zentrales für dein Fachgebiet, stecken darin vielleicht gute Ideen für Selbstlernkurse oder ein Buch.

Denk an den Plankton-Arbeitstitel: Ein Thema, verknüpft mit einem deiner Grundsätze, gibt einen fokussierten Dreh – so schaffst du einzigartigere Inhalte, die in der Form nicht schon zigmal woanders stehen.

Du „drillst“ deinen Lesern zentrale Aspekte ein, die sich für dich bewährt haben. Damit können die Leser etwas verinnerlichen, das (je nach Thema) an die Wurzel von Denke, Verhalten oder Herangehensweise geht.

Mach mal eine spontane Liste!

 … und ich meine wirklich spontan alle Grundsätze aufschreiben, die dir einfallen.

Noch mal zur Hilfestellung:

  • Was sag ich mir und anderen wieder und wieder?
  • Was sind Grundhaltungen, nach denen ich mich richte?

So zentrale Überzeugungen brauchen keine große Überlegung, die hast du parat! Darum bitte keine Wissenschaft draus machen. Deine Liste soll weder perfekt, noch vollständig sein. Keine Sorge: Das, was dir am wichtigsten ist, sitzt schon dominant genug ins Hirn, dass es gleich rauskommt.

Ich empfehle zwei Schritte:

Schritt 1: Wecker stellen auf 10 Minuten und dann wirklich nur die Grundsätze hinschreiben. Es ist völlig egal, wie viele es werden! Vielleicht gibt’s nur vier oder es gibt zwölf. Das, was rauskommt, ist gut so.

[Fällt dir später noch was einfällt, ergänz es einfach. Wenn du die Übung zum ersten Mal machst, mach sie spontan.]

Vorsicht: Zitate von anderen
Schreib bitte nicht irgendwelche Sprücherl oder Zitate auf, die dir gefallen, sondern schreib in deinen Worten hin, was du zentral verinnerlicht hast. Es kann schon sein, dass sich die eine oder andere Redewendung wiederfindet, weil sie zu einem Grundsatz für dich geworden ist. Aber bitte keine inspirierenden Sprüche oder sowas.

Spontan und „echt“ zu schreiben bedeutet auch, dass du nichts glattformulierst. Dieses Klarwerden ist für dich alleine – das sieht in dieser Form kein Mensch.

Schritt 2: Erst danach (ohne Uhr) flüssig bei jedem Grundsatz einen Zwei- oder Dreizeiler als Erklärung ergänzen, damit du für dich klarkriegst, was du meinst. Mach nicht mehr als einen Dreizeiler, denn sobald du zu viel schreibst, wird es schnell unübersichtlich – und schwammig. Hast du zu viel zu einer Sache zu sagen, ist das ein Zeichen dafür, dass dein Grundsatz noch zu wenig treffend formuliert ist oder dass mehrere drinstecken.

Bei mir könnte das so aussehen:

Schritt 1: spontane Liste

  • Unterschätz die Basics nicht!
  • Wenn wirs machen, dann machen wirs richtig.
  • Schreiben ist Freiheit!
  • Wiederholen, wiederholen, wiederholen.
  • Das, was DU dazu zu sagen hast, interessiert viel mehr.
  • Immer erst die Substanz zusammentragen!
  • Sei unperfekt – und frisch von der Leber weg.
  • Schreib über Sachen, die dich aufregen!

Schritt 2: kurze Erklärung

Unterschätz die Basics nicht! Einzelne Aspekte üben bis sie sitzen. Gerade bei vermeintlichen Selbstverständlichkeiten auf den Teufel im Detail achten. Das schafft ein gscheites Fundament, auf dem sich aufbauen lässt.

Wenn wirs machen, dann machen wirs richtig. Hudeln, vorpreschen und Kaugummi bringen nichts, dann lieber bleiben lassen.

Schreiben ist Freiheit! Als Einzelunternehmerin kann ich alles tun und lassen, was ich will + wie ich es will. Also nütz es mal besser aus!

Wiederholen, wiederholen, wiederholen. Beim Üben konsequent am Ball bleiben. Das Hirn liebt Wiederholungen und versteht so, was wir von ihm wollen. Ewig lange Pausen dazwischen führen dazu, dass das Üben fürs Klo ist.

Das, was DU dazu zu sagen hast, interessiert viel mehr. Standpunkte und der eigene Dreh sind viel spannender – und unverwechselbarer – als neutrale Inhalte. Für einen selbst auch!

Immer erst die Substanz zusammentragen! Vor dem Schreiben das Warum und für wen klären – aus verschiedenen Perspektiven. Und dann erst mal die Kerninhalte und Argumente überlegen, ohne gleich loszuschreiben.

Sei unperfekt – und frisch von der Leber weg. Alles gleichzeitig und auf Anhieb perfekt machen zu wollen, macht das Ergebnis immer schlechter als mit Spontaneität.

Schreib über Sachen, die dich aufregen! Was unser Herz zum Klopfen bringt, ist mit irgendeiner Art von Gefühl verknüpft. Das bringt automatisch Engagement und Leidenschaft mit in den Text.

Weitere Beispiele

Eine Übersetzerin hat diese Grundsätze …

  • Kommt drauf an! Ohne Gesamtzusammenhang kann ich nicht sagen, was was heißt und wie man es am besten sagt.
  • Wortwörtlich ist Scheiße. Übersetzungen funktionieren nicht 1:1, weil jede Sprache ihre Eigenheiten hat, der Ton oft Feinheiten erfordert und Mentalität unbedingt einbezogen werden muss.
  • Wenn ich mich nicht auskenne, Finger weg! Ich will fachliches Know-how haben (oder mich gerne kundig machen wollen), sonst nehm ich den Auftrag nicht an.

Ein Webdesigner hat diese Grundsätze:

  • Kunden wissen nicht, was sie wollen. Auch wenn sie schon fixe Vorstellungen haben, haben sie niemals mein Know-how und das Technikverständnis. Es ist meine Aufgabe, herauszufinden, was genau wofür rauskommen soll.
  • Nicht alles machen, nur weils geht. Lieber solide, schlanke Seiten als alle möglichen Spielereien oder Trends. Gilt für Technik, Design + Inhalte gleichermaßen.
  • „Bis vorgestern“ wird Scheiße. Enge Deadlines, schnelles Zusammenzimmern und Im-Genick-sitzen, stören den Denkprozess + das Ergebnis. Auch wenn ichs kann, halte ich von schnell-schnell überhaupt nichts.

 

Es ist eine gute Idee, sich solcher grundlegenden Überzeugungen bewusst zu werden – und sie dann ganz bewusst in dein Business einzubringen. Das ist, wie gesagt, nicht nur für Blog- und Newslettertexte interessant. Es kommt vor, dass du damit deine Leistungen schärfst oder sogar deinen Firmennamen beziehungsweise dein „Dach“ noch stärker zusammenzurrst.