Lesernutzen

Bei heikleren Themen zum Tun anregen

Oft suchen LeserInnen ganz besonders Rat, wenn sie etwas belastet und sie nicht mehr weiter wissen. Ob es ein negatives Selbstbild ist, die schwierige Beziehung zu einem anderen Menschen, das Ziehen von Grenzen oder das Umgehen mit Krisen …

Tipp-Texte in Blogs, Newslettern & Co. greifen zu kurz, wenn Informationen, Verständnis, machbare + konkrete Schritte fehlen. Der Leser fühlt sich alleine gelassen oder hat einfach nicht den Mut, etwas zu tun.

Zunächst müssen wir uns noch mal vor Augen halten, warum Persönlichkeits- und Lebensthemen generell eine anspruchsvolle Angelegenheit sind:

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So eine Übersicht sieht relativ harmlos aus. Wenn du dir jeden Punkt genauer anschaust, merkst du, wie viele Variablen schon in einer einzigen Person darüber mitentscheiden, ob und wie deine Botschaft ankommt.

Es ist also bereits anspruchsvoll, einen einzigen Leser richtig an die Hand zu nehmen. Noch dazu einen, den du gar nicht persönlich kennst.

Doch das ist noch nicht alles! Tatsächlich hast du es mit vielen dir unbekannten Lesern zu tun, die wiederum ganz verschiedene dieser Variablen haben. Wir müssen es schaffen, diese unterschiedlichen Menschen persönlich zu erreichen und durch unser Thema durchzuführen.

Jetzt wird’s noch anspruchsvoller, …

… denn wenn dein Thema richtig schwierig ist, also einen wunden Punkt berührt oder etwas, das der Leser unpopulär oder gar unschaffbar findet, wird die Tun-Schwelle richtig hoch!

Da reicht es gar nicht, einen wunderbaren Text zu schreiben:

  • Nur weil er liest, tut er nicht.
  • Nur weil er weiß, kann er nicht.
  • Nur weil er überzeugt ist, kommt er noch lange nicht in die Gänge.

Immer, wenn du ein für deine LeserInnen schwieriges Thema ansprichst – und zwar aus ihrer subjektiven Sicht – ist es wichtig, deinen Einflussbereich so weit es geht auszuschöpfen.

Darum brauchst du bei schwierigen Themen noch mehr Platz, um deine LeserInnen wirklich fest an die Hand zu nehmen.

Was du tun kannst, damit deine Leser ins Handeln kommen

Ja, deine Leser sind ganz unterschiedlich. Das Gute aber ist: Wir Autoren sind auch ganz normale Menschen.

  • Jeder von uns kennt es, dass man sich vor etwas scheut,
  • etwas will, aber nicht in die Gänge kommt
  • oder denkt, eine Sache ist zu schwierig + nicht zu schaffen.

Beim Schreiben bist du in einer besonderen Position: Du bist Experte und im Regelfall heißt das, dass du die Dinge, über die du schreibst, kannst und sie überzeugt selbst praktizierst. Das muss nicht heißen, dass du die eigenen guten Ratschläge immer beherzigst. Wir sind ja nicht perfekt!

Doch meistens ist das, was für die Leser schwierig ist, für uns selbst eindeutig („eh klar“), wir sind davon bereits überzeugt. Und das, was es zu tun gibt, fällt uns oft sogar leicht.

Das verleitet leider dazu, kontraproduktiv zu werden. Darum habe ich dir hier wesentliche Faktoren zusammengestellt, wie du deinen Einflussbereich im Text steigern kannst, um deine Leser ins Tun zu bringen.

Der Leser muss das Gefühl haben, es ist machbar.

Übungen und Anweisungen glasklar beschreiben

 

Bei den letzten beiden Aspekten funkt einem oft der Expertenkopf rein: