Korrespondenz/Marketing

Die Kontakt-Seite auf deiner Website

Ein kurzer Check – und gegebenenfalls Aufmöbeln – deiner Kontakt-Seite:

Steht dein Name drauf?

Klingt komisch, doch immer wieder sehe ich Websites, aus denen nirgends der Name des Einzelunternehmers hervorgeht: Er steht nicht im Header (Kopf), nicht auf der Startseite, nicht im „über mich“, nicht auf der Kontakt-Seite. Allenfalls im Impressum.

= Wenn dein Name nicht eh im Blick ist, weil er im Kopf der Website steht, gehört er auf die Kontakt-Seite.

Sind deine Kontakt-Daten angegeben?

Anfangs standen da einfach nur die Kontakt-Daten. Als die Formulare in Mode kamen, stand beides da. Seit einigen Jahren hat sich die merkwürdige Sitte entwickelt, auf der Kontakt-Seite nur noch ein Formular einzubauen – vielleicht lags an der Impressumspflicht à la „Die vollständigen Kontaktdaten müssen ja jetzt ins Impressum, und damit hat es sich.“

Wir EinzelunternehmerInnen wollen, dass Kunden und Interessenten mit uns in Kontakt treten. Also lasst es uns nicht unnötig schwermachen! Ein Formular ist immer eine zusätzliche Hürde, die nicht jeder auf sich nimmt. Erst recht nicht, wenn er eine Firma noch gar nicht kennt. Großartig rumsuchen, wo sonst die Kontaktdaten stehen könnten, ist nicht nötig, wenn der nächste Anbieter nur einen Mausklick entfernt ist.

= Eine gute Kontakt-Seite enthält alle Wege, mit denen man dich erreichen kann. Natürlich kannst du steuern, welchen Kanal du vorziehst. So wie ich betone, dass ich am besten per E-Mail erreichbar bin. Entscheidest du dich für ein Formular, dann mach das zusätzlich. So hat ein potenzieller Kunde die Wahl.

optional: eine einladende Überschrift

Die Kontakt-Seite kann eher nüchtern-informativ gestaltet sein, du kannst allerdings direkt etwas mehr auf den Webbesucher zugehen – um einen Draht zu knüpfen + Hemmschwellen zu nehmen.

Dann steht da etwas drüber wie:

  • Ich freue mich auf Ihre Nachricht!
    oder
  • Wo drückt der Schuh?
    oder
  • Lassen Sie uns miteinander reden!

= Je persönlicher eine Kontakt-Seite gestaltet ist, desto eher melden sich gerade Neukunden, die sich einfach mal näher informieren wollen.

optional: dein Bild

Manche Selbstständige haben ihr Foto im Kopf der Website, viele nur auf der Startseite oder im „über mich“. Manche nirgends.

Eine Kontakt-Seite wird gleich viel persönlicher, wenn man den Menschen dazu sieht [aufs Bild klicken für größere Ansicht]:

 

Screenshot Kontaktseite gspinnert.de

 

Wenn du das nicht möchtest oder kein schönes Bild hast, kann eine Zeichnung bereits viel persönlicher wirken, als nüchterne Kontaktdaten:

Screenshot Screenshot Kontaktseite schreibnudel.de

optional: Zusatzinfos vor die Kontaktdaten stellen

Die Kontakt-Seite ist ein guter Platz, um – kurz und knackig – ein paar zentrale Infos einfließen zu lassen:

  • über welchen Kanal oder zu welchen Zeiten du am besten erreichbar bist,
  • wenn du vorrangig Anfragen für mögliche Aufträge bekommst, dafür aber bestimmte Vorabinfos brauchst,
  • welche Art von Aufträgen du nicht machst/welche Anfragen keinen Sinn machen (bitte aber so formulieren + dosieren, dass sich nicht alle anderen abgewimmelt fühlen oder du einen unfreundlichen Eindruck erweckst),
  • deine Social-Media-Buttons,

Womit wir beim Thema „Formulare“ sind: Bei Angaben, die man für Anfragen braucht, wird gerne zu viel abgefragt.

Kontakt-Formulare

Bei ersten unverbindlichen Fragen wollen die meisten kein Formular ausfüllen. Manchen ist es lästig, andere sind es leid, von vornherein überall persönliche Daten anzugeben – nicht nur, weil zu befürchten ist, dass sie Werbung bekommen: Manchen ist es unangenehm, wenn nachgehakt wird oder sie wissen, dass sie schwer Nein sagen können.

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, die Entscheidung, was potenzielle Neukunden oder Geschäftspartner beim ersten Kontakt angeben wollen, ihnen zu überlassen.

Als mögliche Kundin bin ich mittlerweile aus anderen Gründen kein Freund von Formularen. Ich erlebe zu oft, dass sie nicht oder nicht richtig funktionieren:

Funktioniert das Formular überhaupt? Bei erschreckend vielen Formularen kommt überhaupt keine Versandbestätigung: Für mich als Interessent ist überhaupt nicht erkennbar, ob meine Nachricht übertragen wurde. Jetzt gibt’s zwei Möglichkeiten:

  1. Die Nachricht ist angekommen, ich weiß es aber nicht, muss daher entweder noch mal schicken oder orientiere mich anders (was bei langsamer Reaktionszeit dazu führen kann, dass, selbst wenn sich die Firma doch noch bei mir meldet, der Zug bereits abgefahren ist).
  2. Die Nachricht ist nicht angekommen. Ein potenzieller Interessent tippt nur dann alles noch mal ein, wenn es ihm wirklich dringend ist – meist ist hier bereits Ende Gelände. „Dann halt nicht!“

= Teste dein Kontakt-Formular – am besten regelmäßig. Denk bitte dran, dass du die Bestätigung, dass die Nachricht erfolgreich übertragen wurde, ebenfalls persönlich formulieren kannst.

Gibt es zu viele Felder? Wird man durch eine Latte an Feldern erschlagen, ist also das Formular ewig lang, ist das ein sofortiger Abtörner – selbst wenn es gar keine Pflichtfelder gibt.

Ein Pflichtfeld ist ein Feld, das zwingend ausgefüllt werden muss, damit das Formular abgeschickt werden kann. Ich finde, dass es das nicht braucht: Zum einen ist es ein Leichtes, Phantasieangaben zu machen, um solche Pflichtfelder auszuhebeln. Zum anderen geht es uns EinzelunternehmerInnen darum, mit potenziellen Interessenten in Kontakt zu kommen! Wir wollen, dass der andere einen Schritt auf uns zumacht.

Dann gibt’s den Klassiker, dass die Zeichen im Textfeld begrenzt sind! Wenns blöd läuft, passt kaum was rein, so dass die Nachricht abgeschnitten wird oder man seine Anfrage gar nicht sinnvoll unterbringt.

Nicht selten ist es mir als Interessent überhaupt nicht möglich, meine Nachricht zum Abschicken zu bringen, weil vor lauter Pflichtfeldern immer eine Fehlermeldung kommt. Und auch hier empfiehlt sich, das eigene Formular mal näher anzuschauen: So oft kommt es mir unter, dass es eine kryptische Fehlermeldung ist und ich gar nicht erkennen kann, welches Feld warum „motzt“. Erneut kommts flott zu einem „Dann halt nicht!“.

= Keep dein Kontakt-Formular simple! 🙂 Mach es einfach und unkompliziert, mit dir in Kontakt zu treten.

Werden alle Infos übertragen? Kürzlich habe ich per E-Mail einen Tisch in einem Restaurant reserviert. Das Datum und die Personenanzahl habe ich direkt in den Betreff gepackt. Nur blöd, dass beim Empfänger stattdessen ein Standard-Inhalt ankam. Bei ihm stand im Betreff: „Nachricht über Kontakt-Formular“. Dass nicht alles vollständig übertragen wird, gibt es zudem oft in Online-Shops – Felder, die man zwar ausfüllt, die aber nicht mitgeschickt oder deren Inhalte mittendrin gekappt werden.

= Wie oben schon gesagt: Ordentlich vorab testen und im laufenden Betrieb immer mal schauen, ob alles stimmt.

Wie kommt das Ganze bei dir an? Als Interessent bekommt man mitunter eine Kopie der geschickten Nachricht übermittelt. – Meine Liebe Zeit! Da werden alle Inhalte in eine Reihe hintereinandergebatzelt, manchmal stehen umständliche Feldnamen zwischen den Angaben, … kurz: Kraut und Rüben, was als Empfänger nicht nur keine Freude ist, sondern schnell dazu führen kann, dass Informationen nicht (richtig) gelesen werden.

Doch selbst wenn du dich dran gewöhnt hast: Als potenzieller Neukunde kommt so eine Art der Bestätigung nicht besonders gut an. Da sinkt sofort das Vertrauen, dass sich jemand auf die Nachricht melden wird.

PS: Das vernachlässigte E-Mail-Postfach

Ein Nachtrag, der nur für ein paar von euch relevant sein wird: Es gibt EinzelunternehmerInnen, die den Kanal „E-Mail“ sehr stiefmütterlich behandeln, ihn aber dennoch für ihr Business nutzen. Stiefmütterlich heißt:

  • nicht oder nur sehr selten die E-Mails anschauen
  • bei Urlaub/Krankheit, etc. keinen Abwesenheitsassistenten aktivieren
  • oder ihre E-Mails zwar lesen, sich aber tagelang nicht melden

Das geht nicht! E-Mail ist ein schnelles Medium. – Es ist total in Ordnung, wenn du diesen Kanal nicht vorrangig nutzt, doch dann musst du es von vornherein sagen. Etwa, indem du auf der Kontaktseite schreibst, dass du deine Mails nur in größeren Abständen anschaust und lieber angerufen werden willst. Doch wenn dich Interessenten per E-Mail kontaktieren können, dann erwarten sie zeitnah Antwort.

Fazit

Was passiert, wenn ich als Interessent Kontakt zu einem möglichen Anbieter aufnehme?
Dieser erste Eindruck  kann entweder mein gutes Gefühl verstärken, Zweifel streuen oder abtörnen. Es ist sehr leicht für uns, es zu verstärken!