Selbstdarstellung

Du verschwindest im Meer der Mitbewerber, wenn du zu sehr auf andere schielst

Wenn ich mit Kunden ihr Business auf die Beine stelle, ein ordentliches Dach oder die Website erarbeite, fange ich immer von Null an:

  • Wir nehmen nichts als fix gegeben, sondern ich rege mit spezifischen Auftakt-Fragen dazu an, mit frischem Kopf ans Business ranzugehen.
  • Wir übernehmen nicht einfach, was schon an Struktur vorhanden ist. Copy-Paste vorhandener Texte ist natürlich verboten.

Der Grund: Die meisten Selbstdarstellungen fallen zu neutral aus.

Damit meine ich nicht nur das Hinreden an die Leser, sondern auch, dass Texte von vornherein zu wenig aus Sicht der Zielgruppe überlegt werden. Dann fehlt es u. a. gehörig an Substanz. Vor allem aber orientieren sich die meisten daran, was andere tun. Das führt zu einer selbst gemachten Austauschbarkeit.

Diese Statements höre ich immer wieder:

„Das gehört so!“

Bei Selbstdarstellungen haben sich mit der Zeit gewisse Standards entwickelt: Denkt man an Visitenkarten, Briefbögen, Flyer oder eben Websites, hat man in den meisten Fällen ein klassisches Bild im Kopf.

Der Kern dieser Standards hat durchaus seine Berechtigung [etwa, dass man Leistungen, Kontaktdaten, etc. nennt], doch die Ausführung gleicht sich viel zu sehr. Oft gibt es sogar branchenweite Klischees, die jeder einhält.

Ist alles immer gleich, noch dazu relativ blutleer gefüllt, mache ich mich sofort austauschbar. Dann fühlt sich die Zielgruppe nicht angesprochen und ich erschwere mir die Akquise enorm, weil ich einer von vielen bin. So gehen Marketingmaßnahmen im allgemeinen Grundrauschen unter.

„Andere machen es auch so.“

Ebenfalls weit verbreitet: sich daran orientieren, wie es die Mehrheit der Branchenkollegen macht. In Extremfällen werden ganze Websites kopiert oder nur geringfügig umgeschrieben. Ich kenne einen Fall, wo eine Texterin die komplette Website einer anderen Texterin kopiert hat. Mal abgesehen vom Klauen: Hinter der vielleicht sogar gleichen Leistungspalette stecken zwei verschiedene Leute!

Doch es muss natürlich nicht gleich ein Plagiat sein: Alleine das zu starke Orientieren daran, wie es die Mehrheit der anderen macht, führt zwangsläufig zur Unsichtbarkeit [„EINER VON VIELEN“]. Das ist der Grund, warum ich spezifische Auftaktfragen zum Business stelle und zu dem, was die EinzelunternehmerInnen wollen und was sie ausmacht.

„Als Business will ich ernst genommen werden!“

Hier liegt bei manchen ein großer Denkfehler: Sie denken, nur wenn sie es machen wie alle anderen, wenn sie neutrale Infos vermitteln, werden sie als kompetent wahrgenommen.

Viel wichtiger als die üblichen Sätze und Infos ist es, dass Persönlichkeit + Substanz rüberkommen. Das WIE hängt davon ab, wie du bist.

Ich arbeite deshalb nur noch mit Einzelunternehmern, weil der Mensch hinter der Firma relevant ist. Für eine Leistung finde ich schnell jede Menge Anbieter, doch das Fachliche ist nur ein Aspekt. Die Person, die die Leistung bietet, ihre Art/Denke und Herangehensweise, ist entscheidend.

„Ich will allen gefallen.“

Mal abgesehen davon, dass das unmöglich ist: Selbstständige wollen nicht wirklich allen gefallen. Sie möchten sicherstellen, dass sie so viele potenzielle Kunden wie möglich ansprechen. Ganz besonders dann, wenn sie noch keinen verlässlichen Kundenstamm haben.

Das Streben danach, es möglichst allen recht zu machen, führt dazu, dass man zu allgemein und glatt bleibt. Es fehlt Profil.

Es ist immer wichtig, sich zu erinnern, dass es allen Beteiligten um einen Auftrag geht. Bei einer Dienstleistung schieben wir nicht einfach eine Ware rüber, sondern wir arbeiten projektweise einmalig oder länger mit jemandem zusammen. Diese Zusammenarbeit passiert zwischen Menschen. Als Selbstständige können wir nur gewinnen, wenn wir uns greifbar machen und unsere Texte so schreiben, dass wir die Art von Menschen ansprechen, die mit unserer Art, Denke und Vorgehensweise super zurechtkommen.

Wir sind keine Neutralos. Wir haben alle unsere Persönlichkeit. Das Pfund, mit dem wir wuchern können – wenn wir es nicht verstecken.

Schluss mit der Gleichmacherei!

„Schreiben ist Freiheit“, sag ich immer. Dazu kommt, dass wir als EinzelunternehmerInnen machen können, was wir wollen. Also nutz deine Freiheiten, wenn es um deine Selbstdarstellung geht!

Du bist dein Maßstab:

  • Andere Anbieter mit gleichen Leistungen gibt es viele. Das Paket „DU + DEIN BUSINESS“ gibt es in dieser Form nicht noch einmal.
  • Look, Aufbau, Zugewandtheit richten sich nach dir, deinen Ansichten und den Schwerpunkten, die du setzen willst.
  • Als EinzelunternehmerIn BIST du Dein Business. Mach schriftlich deine Persönlichkeit greifbar – und zwar so richtig!

Dann machst du es dir und deinem Business leichter. Es fühlt sich außerdem viel besser an.