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Übung: Gib deinem Artikel einen bestimmten Ton!

Übung-Symbolbild - Bleistift mit Noitzblock auf Holzbank

Vor einem halben Jahr habe ich gefragt: Wie stehe ich, der Mensch, dazu?

„Einzigartige, engagierte, vielseitige Texte, mit denen du deine Leser berührst, brauchen als wichtigste Zutat: Dich! Denn wie sehr dich dein Thema selbst berührt, entscheidet, wie du es anpackst – und rüberbringst.“

Jetzt fällt mir allerdings in Workshops immer wieder auf, dass Leute zwar im Konzept klar sagen, wie sie zum Thema stehen, ihr Text aber gar nicht danach klingt.

Die Übung besteht darin, dass du beim Schreiben deiner nächsten Texte mal aufpasst, was die emotionale Qualität ist.  Mit emotionale Qualität ist gemeint, dass wir ganz unterschiedliche Tendenzen haben, wie wir einem Thema begegnen/„wie wir was finden“:

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Ich stehe tendenziell positiv zum Thema.

Ich stehe tendenziell neutral bis vorsichtig zum Thema.

Ich stehe tendenziell grantig zum Thema.

Ich stehe tendenziell traurig zum Thema.

Ich stehe tendenziell beschämt zum Thema.

Je nachdem, wie wir zu einer Sache stehen, macht das was mit uns. Jetzt gilts, das beim Schreiben anzuzapfen!

Wie klingt das?

Wenn du diese Tendenzen anschaust, erkennst du bereits an den Gesichtern, dass sich das jeweils völlig anders anhört.

Im persönlichen Gespräch machen wir das automatisch: Wenn wir betrübt sind, sieht man uns das nicht nur an, wir sagen dann ganz andere Sachen auf eine andere Weise, als wenn wir etwas völlig hirnrissig finden.

Beim Schreiben allerdings bleiben erstaunlich viele komplett neutral. Darum ist der erste Schritt, dir immer vorab bewusst zu werden, wie du dazu stehst. Dafür gibt’s bei meinen Konzepten immer die weichenstellende Frage „Mein Ziel/meine Motivation“ – ein kurzes Einchecken bei sich selbst, wie man dazu steht. Nicht als Fachexperte, sondern als der Mensch, der sich entscheidet, über ein bestimmtes Thema zu schreiben.

Nur, wenn ich mir vorab bewusst bin, welche Emotion dahintersteckt, kann ich das dann auch – möglichst ungehindert – aus mir rauslassen.

Ist dir das fremd oder gelingt noch nicht recht, komm mit mir workshoppen! Und wenn du dich schon auskennst, dann leg den Fokus bei den nächsten Texten mal gezielt darauf. Du wirst stehen, wie stärker deine Texte klingen, wie vielseitiger du dadurch schreibst – und wie viel mehr Spaß das Schreiben macht.