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Warum ist die Banane krumm?

Die Crux, wenn Fachleute über etwas schreiben, ist, dass wir zu viel wissen:

Das führt dazu, dass wir Grundlegendes überhaupt nicht bedenken – oder uns nicht trauen, es hinzuschreiben, weil es zu banal wirken könnte.

Für unsere LeserInnen sieht das völlig anders aus. Die wissen etwas oft nicht oder nicht genug. Doch gerade diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten sind enorm wichtig, …

… um zu verstehen:

Hintergründe und Zusammenhänge sind uns Fachleuten automatisch klar. Sogar wenn wir nicht explizit dran denken, greifen wir auf dieses Wissen zu. In der Regel haben unsere Leser nicht so viel Erfahrung wie wir selbst. Das behindert das Verstehen und Nachvollziehenkönnen, was wiederum eng mit dem Tun verknüpft ist. Wenn ich verstehe, was warum so relevant ist, kann ich aktiver werden. Ich kann mich motivieren. Ich werde sensibilisiert für etwas oder jemanden. Ich lasse mich eher auf andere Sichtweisen ein, einfach, weil ich sie nachvollziehen kann. Oder ich merke, wie komplex und interessant etwas ist und werde angepiekst, mich intensiver damit zu befassen.

… um wichtige Details nicht zu übersehen:

Alles steht und fällt mit Feinheiten. Kleinigkeiten sorgen dafür, dass wir etwas versierter, besonnener, flüssiger tun (können). Vor allem sind sie für Barrieren und Blockaden verantwortlich. Wenn was nicht weiter geht, steckt der Teufel im Detail!

… um sich differenzierter mit einer Sache zu befassen:

Jeder von uns hat nur Teilaspekte auf dem Schirm. Das kann manchmal sehr fragmentiert, einseitig oder oberflächlich sein. Dazu kommt, dass eigene Erfahrungen, Standpunkte und Gefühle zu heruntergelassenen Roll-Läden und blinden Flecken führen.

Außerdem stecken darin wichtige Grundlagenthemen für Euer Blog, auf die Ihr immer wieder von anderen Artikel verweisen könnt.

Lasst mich ein paar Arten von „Banalitäten“ aufdröseln:

Was jeder weiß – aber die Gründe dafür nicht wirklich kennt

Leser lieben es, Neues zu lernen! Je differenzierter Ihr rangeht, desto fundierter vermittelt Ihr Wissen, das für alle Level interessant ist.

  • Warum soll man Nudeln nicht abschrecken?
  • Warum rotzt man bei einer Erkältung so viel?
  • Warum bleiben uns manchmal die Worte im Hals stecken?
  • Warum ist Privatsphäre im Netz wichtig?
  • Warum wirkt Kritik länger nach als Lob?

Knöpf dir solche grundlegenden Themen aus deinem Fachgebiet vor! Du wirst staunen, wie schwer es ist, ad-hoc eine klare Begründung zu liefern. Manches glaubt man zu wissen, anderes hat man sich in der Bandbreite noch nie überlegt. Meistens gibt es mehr zu sagen, als das, was einem spontan einfällt.

Der Teufel im Detail – übersprungenes „Fein-Wissen“

Unter diese Rubrik fallen Details, die jemand vom Fach gar nicht erst erwähnt, weil er buchstäblich nicht mehr drandenkt.

Denk an Themen oder Fähigkeiten, die du im Laufe der Jahre gelernt hast: Als Anfänger oder jemand, der relativ kurz mit einer Sache befasst ist, hat man ganz spezifische Probleme – oft sind es Kleinigkeiten, die man noch nicht kann oder an denen es hakt, weil man gar nicht auf die Idee kommt, dass sie relevant sein könnten.

Wer geübter ist, kann sich in diese Fragen und Schwierigkeiten überhaupt nicht mehr reinversetzen.

  • Warum können Sie beim Kopfstand-lernen Ihre Hüfte nicht über die Schultern „wandern“?
  • Warum zerbröselt der Plätzchenteig beim Verarbeiten?
  • Warum haben viele elektronische Kleingeräte ein kleines Loch im Gehäuse (Reset)?
  • Warum verkrampfen anfangs die Beine beim Pointen?
  • Warum ist Abschmecken alles andere als leicht?

Vielleicht gelingt es dir, dich noch an spezifische Anfangsschwierigkeiten zu erinnern: Was so Aha-Erkenntnisse waren, wenn der Knoten geplatzt ist. Oder wo du wirklich ewig rumgemacht hast.

Im Alltag mit Kunden lässt sich da enorm viel beobachten! Auch das eine vermeintliche Selbstverständlichkeit. Doch ich sehe in meinen Schreibworkshops sehr oft, dass Themen im ersten Anlauf gerne aus der Expertensicht formuliert werden, anstatt von den Fragezeichen und Schwierigkeiten der Leser auszugehen.

Natürlich muss es dabei nicht nur um die Anfangsphase gehen. Fast bei allen Themen gibt es Details, die besondere Schrauben darstellen oder Insiderkniffe sind.

„Das ist eh klar!“ – Verhalten, das jeder kennt

Schließlich gibt es Aspekte, von denen alle Seiten zu meinen scheinen, dass sie eh klar sind. Als Experte wissen wir sehr wohl, dass es hier häufig nicht am Wissen mangelt – aber die Realität trotzdem völlig anders aussieht.

Hab keine Angst, deine Leser und Kunden mit der Nase draufzustoßen! Bei Themen, bei denen du davon ausgehst, dass dein Gegenüber mit den Augen rollt, ist die beste Taktik, konkret aufzudröseln, warum was welchen Einfluss hat – anstatt nur zu sagen „mach dies und das“.

  • Warum steigert Grüßen + Blickkontakt merklich den Umsatz im Laden?
  • Warum können wir Geheimnisse manchmal nicht für uns behalten?
  • Warum ist es im Konfliktgespräch so wichtig, andere ausreden zu lassen?
  • Warum lügen auch ehrliche Menschen?
  • Warum ist Bescheidenheit „eine Zier“?

Bereits bei diesen Arbeitstiteln wird klar, dass es ganz schon herausfordernd sein kann, wirklich differenzert zu begründen. Und eben nicht im Naheliegenden oder Oberflächlichem steckenzubleiben.

Das Warum-Darum

Achtung, Achtung:

Zum Warum-Darum gibt’s einen Workshop, bei dem du über die Banane hinaus vielseitige Varianten für Blogquickies lernst.