anfangen

Fragen (1): XX Frage/n – XX Antwort/en

Fragen sind die Reinfom eines nützlichen Textes: Jemand stellt eine Frage und bekommt eine Antwort. The End.

Das würde schon reichen!

Ich liebe das Frage-Antwort-Format als Schreibcoach aber noch aus einem weiteren Grund: Es hält uns Fachleute am Wesentlichen.

Bei jedem anderen Format ist es möglich, auszuweichen. Doch Fragen zielen immer auf eine spezifische Antwort ab. Das Format hilft dir dabei, auf den Punkt zu kommen und selbst zu merken, wenn du noch nicht gehaltvoll genug bist oder dich aus der Affäre stiehlst.

Wir reden an dieser Stelle nicht über Sonderformen, wie Denk- oder Leitfragen, mit denen du Lesern offene Fragen stellst. Das sind wieder andere Paar Stiefel, zu denen es jede Menge zu beachten gilt:

 

In dieser dreiteiligen Artikelreihe stelle ich dir verschiedene Frage-Antwort-Varianten näher vor. Heute:

XX Frage[n] – XX Antwort[en]

Das XX steht für die Anzahl. Der kürzeste Text wäre 1 Frage – 1 Antwort. Das klingt fast zu kurz und banal, gell? Es ist aber gerade für Blogs ein schönes Quickie-Format. Der Klassiker ist das „Was ist eigentlich?“:

[1 Frage – 1 Antwort]
Was ist eigentlich SEO?

Geht es nur um eine Frage und eine Antwort, kann das ein ganz kurzer Text werden, wo du nur kurz erklärst, wofür die Abkürzung SEO steht und eine für Laien verständliche Definition bringst.

Deine Antwort kann durchaus ein wenig ausführlicher ausfallen, doch achte zum einen ganz genau auf deinen gewählten Plankton-Arbeitstitel – hier geht es zum Beispiel lediglich darum, den Begriff „SEO“ zu erklären, nicht schon darum, wie man das macht und welche Tools es gibt!

Hier kommt eine wichtige Schreibregel: Je einfacher etwas scheint, desto komplexer ist es! Unterschätze das Frage-Antwort-Prinzip nicht: Es hört sich schnell klein und konkret an, wenn man von „1 Frage“ und einigen wenigen Antworten ausgeht. Doch auch das geht schnell in die Hose, wenn deine Frage viel zu riesig oder schwammig ist, zum Beispiel:

[1 Frage – 1 Antwort]
Wie bewirbt man sich richtig?

Das ist ein typisches Beispiel, wie schnell einem das Format suggerieren kann, dass es kurz, knackig und klar ist. Tatsächlich handelt es sich dabei um Pseudo-Plankton. Denn BEWERBEN umfasst viele Aspekte: die eigene Persönlichkeit reinbringen, sich gut genug kennen, selbstbewusst über sich reden, Wirkung und Eindruck machen, wie man aus der Masse hervorsticht, Dutzende komplexe Aspekte rund um die schriftliche Bewerbung (on- und offline), den ebenso umfassenden Themenkomplex rund um Interviews – auch die Auswahl möglicher Stellen/Firmen, und und und. Nicht umsonst lassen sich rund ums Bewerben zahlreiche Bücher schreiben. Es wäre also ein totaler Quark, so ein komplexes Thema in einer einzigen Frage abhandeln zu wollen.

Gute Plankton-Arbeitstitel fokussieren immer auf eine klare, kleine Themenfacette:

  • [1 Frage – 1 Antwort]
    Soll ich zu einer Lücke im Lebenslauf stehen?
  • [1 Frage – 5 Antworten]
    Bewerbungsgespräch – Warum stellen Personaler die Frage nach eigenen Schwächen? Denken sie wirklich, man antwortet ehrlich?
  • [1 Frage – 3 Antworten]
    Ungeduld im Business – Wie verändern Smartphones unser Zeitgefühl?

Achte bitte drauf, wie konkret ich die Arbeitstitel mache, zum Beispiel, indem ich das „Ungeduld im Business“ mit dazuschreibe. Das ist nämlich ein anderes Thema, als wenn ich allgemein darüber schreiben würde, wie Smartphones das Zeitgefühl verändern.

Das Konzipieren klammere ich an dieser Stelle mal aus, weil mir mit dieser Reihe vorrangig wichtig ist, euch das Frage-Antwort-Prinzip noch mehr ins Bewusstsein zu rücken.

zum Beispiel:

[1 Frage – 3 Antworten]
Ungeduld im Business: Wie verändern Smartphones unser Zeitgefühl?

  • Wir gehen bei uns und anderen von ständiger Erreichbarkeit aus. Tag, Abend, Arbeit, Freizeit verschmelzen.
  • Da wir davon ausgehen, dass eine Nachricht sofort ankommt, erwarten wir prompte Reaktion.
  • Wir handeln kurzfristiger, was den Alltag beschleunigt.

 

[1 Frage – 4 Antworten]
Bewerbungsgespräch: Warum stellen Personaler die Frage nach eigenen Schwächen? Denken sie wirklich, man antwortet darauf ehrlich?

  • Sie loten aus, wie gut der Bewerber reflektiert.
  • Sie achten weniger auf den Inhalt als darauf, wie du mit der Frage umgehst.
  • Sie wollen sehen, wie ehrlich und konkret du auf die Frage eingehst.
  • Sie machen sich ein Bild von deinem Selbstbild.

 

Natürlich ist das nicht der ganze Text. Das wäre nicht sonderlich nützlich. 🙂 Jede Antwort ist eine Zwischenüberschrift und bekommt jeweils eine richtig nützliche, ebenso konkrete Antwort. Je nachdem, wie lange die Antworten sind, kann das ein kurzer Text werden oder auch ein umfassenderer Artikel.