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Fragen (2): 1 Statement – XX Frage[n]

Jetzt verändern wir das Prinzip ein wenig: Statt Frage-Antwort nimmst du bereits in der Überschrift die Antwort vorweg – und stellst dann dazu nutzbringende Fragen, die mehr Fleisch an die Knochen deines Statements bringen. Dadurch vertiefst du deine Aussage.

Beispiele für Plankton-Arbeitstitel wären:

  • Choleriker reagieren heftiger, wenn du Schwäche zeigst.
  • Schlafhygiene bringt Sie zum schnelleren Einschlafen
  • Regelmäßige WordPress-Backups sind auch für kleine Blogs essenziell.

Gehst du beim Schreiben nach meinen empfohlenen Etappen vor, entscheidest du dich bereits im Konzept für eine Anzahl vertiefender Fragen. Die bilden dann die Wirbelsäule deines Textes – jede Frage wird eine Zwischenüberschrift.

[1 Statement – 2 Fragen]
Choleriker reagieren heftiger, wenn Sie Schwäche zeigen.
Intro

Was ist mit „Schwäche zeigen“ genau gemeint?
xxx

Inwiefern stachelt Schwäche einen Choleriker weiter an?
xxx

Denk dran: Immer schön eng am Plankton-Arbeitstitel bleiben! In meinem Beispiel geht es lediglich darum, dass Choleriker heftiger reagieren, wenn die Leser Schwäche zeigen, es geht nicht darum, wie man damit umgeht oder stärker wirkt.

Und erneut die Erinnerung, dass wir im Konzeptionsmodus immer mit Arbeitstiteln, also vorläufigen (Zwischen-)Überschriften und dem Selbstgesprächmodus arbeiten. Wir halten uns nicht mit hübscheren Formulierungen auf und es spielt keine Rolle, ob eine neutrale Frage-Form oder der Sie/Ich-Blickwinkel: Zunächst geht es uns ausschließlich um die Aussagekraft.

Nicht immer müssen die Fragen direkt die Überschrift näher erklären. Vielleicht sieht mein Arbeitstitel so aus:

[1 Statement – 5 Fragen]
Schlafhygiene bringt Sie zum schnelleren Einschlafen
Intro, was Schlafhygiene ist und kurz anreißen, was generell empfohlen wird: zur gleichen Zeit schlafen gehen; Bett nur zum Schlafen (und Sex) nutzen; keine Elektronik kurz vorher; vor dem Bettgehen runterkommen.

Wie schaffe ich es, früher – und zur gleichen Zeit – ins Bett zu gehen?
xxx

Was heißt „Runterkommen“? Muss ich da etwa meditieren oder sowas?
xxx

Ist Fernsehen und Monitorlicht wirklich so schädlich für Schlaf? Was passiert da genau?
xxx

Mein Smartphone ist gleichzeitig mein Wecker: Wie gehe ich mit der Verführung um, nur noch schnell Nachrichten zu checken?
xxx

Was mach ich, wenn mein Partner nicht mitmacht?
xxx

= Bereits in diesem Frühstadium der Konzeption wird klar, dass das inhaltlich viel Holz ist. Genau darum ist es so wichtig, immer vorab den Umfang im Blick zu haben.

Will ich für meinen Schlafhygiene-Text eigentlich nur schnell mal eine Seite runterschreiben, würde ich mir da oben zu viel vornehmen. Das führt dazu, dass mir der Text viel länger gerät, als ich wollte. Oder aber, dass ich jede Frage nur kurz abfrühstücke und an der Oberfläche lande.

Genau darum ist das Konzipieren so wichtig. Ich merke sofort, bevor ich schreibe, wenn ich vom Kurs abkomme + kann in diesem Stadium problemlos meinen Plan verändern: Will ich das Thema weiter zuspitzen, zum Beispiel auf „Schlafhygiene und Elektronik vor dem Bettgehen“ (und gegebenenfalls mehrere Beiträge rund um Schlafhygiene machen). Oder will ich die Elektronik-Fragen ausklammern und lediglich die drei übrigen Fragen zur generellen Schlafhygiene nehmen?

Probier das Format 1 Statement – XX Fragen[n] mal aus!

Das ist ein simples, aber selten genutztes Prinzip, das dich auf ganz neue Gedanken bringen wird und auch das gewohnte Geschreibsel aufschüttelt. Gerade wir BloggerInnen haben ja so unsere Routinen, die durchaus funktionieren, jedoch manchmal sogar bei uns selbst ein Alles-ist-irgendwie-gleich-Gefühl auslösen.