Blog + Newsletter

Blog + Newsletter bekanntmachen

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Kürzlich fragte mich Blogleserin Patricia, was sie überhaupt tun kann, um ihr Blog bekanntzumachen.

Das ist eine sehr wichtige Frage, denn es reicht nie, einfach irgendwas ins Netz zu stellen. Für alles, was wir als Selbstständige anbieten, müssen wir uns aktiv ums Marketing kümmern. Diejenigen, die bereits eine große Leserschaft aufgebaut haben, die ihrer Zielgruppe entspricht, denen ist das keineswegs in den Schoß gefallen. Die haben sich das konsequent erarbeitet!

Auch im Netz gilt der gute alte Spruch: Von nichts kommt nichts.

Das meiste, was ich gleich anspreche, gilt generell für deine Business-Website, einen Newsletter und Blog, manches nur für Blogs.

Bevor wir aufs Bekanntmachen kommen, check mal bitte ab, ob überhaupt die Grundlagen stimmen oder ob du merkst „Oha, da hab ich Handlungsbedarf“. Sind mehrere Aspekte hier schon nicht stimmig, verpufft vieles, was du in dein Marketing steckst.

DAS FUNDAMENT:

Hab das Blog auf deiner eigenen Website!

Mittlerweile sehe ich es zum Glück seltener, doch nach wie vor gibt es Selbstständige, die ihr Blog entweder auf einer separaten Domain führen oder auf einer Blogplattform wie wordpress.com.

Wenn du für dein Business bloggst, integriere dein Blog unbedingt in deine Unternehmenswebsite, so dass man deine Firma und damit dein Angebot fest im Blick hat. Außerdem sollen deine Blogartikel dir einschlägige Webbesucher und/oder Empfehlungen bringen – und die wiederum sollen direkt auf deiner Firmenwebsite landen und nicht etwa auf einer fremden Plattform.

Wer beides bisher getrennt hat: Willst du ernsthaft für dein Business bloggen, lohnt sich das Umschaufeln. Ganz zu schweigen davon, dass es nie gut ist, sich mit seinen Inhalten von einer fremden Plattform abhängig zu machen. Das gilt übrigens genauso für alle, die tonnenweise guten Content auf Facebook veröffentlichen – ist die Seite gestört oder sperrt man dein Profil, ist alles weg.

Mach ein eindeutiges Konzept!

Was ich nach wie vor extrem häufig sehe, ist das „Bloggen ins Blaue“: Es gibt keine klare Ausrichtung des Blogs – es gibt schwammige Kategorien, zu wenige oder zu viele. Mal abgesehen davon, dass die Inhalte dadurch recht willkürlich wirken, kann sich ein Blogbesucher überhaupt kein Bild machen, was es hier im Blog gibt und ob sich das für ihn lohnt.

Ich habe oft Blogkonzepte mit meinen Kunden gemacht, wo wir genau ausloten, welche Ausrichtung das Blog haben soll, wo wirklicher Mitteilungsdrang besteht, welche Zielgruppen und Themen am meisten Spaß machen, um langfristig dranzubleiben … und immer kommt am Schluss ein: „Ja, jetzt hab ich richtig Lust drauf und komme außerdem viel besser auf Themen.“

Gibt es keine klare Ausrichtung fürs Blog, steigt die Gefahr, dass du nach dem Gießkannenprinzip schreibst: Mal dieses Thema, mal jene Zielgruppe, mal ein Rundumschlag.

Eine ungute Entwicklung ist in letzter Zeit, dass in immer mehr Blogs die Kategorien überhaupt nicht eingeblendet werden: Da wird der aktuelle Artikel gezeigt oder es hängen ein paar Artikel untereinander – aber ich finde ums Verrecken nicht, wie ich an andere Artikel rankommen könnte. Übrigens gehören zu einem eindeutigen Konzept eine gute Verschlagwortung.

Bloggen ist keine Hexerei, aber ja: Wenn man neu mit einer Blogsoftware – z. B. WordPress – arbeitet, dann ist vieles einfach nicht bekannt. Du brauchst dich nicht technisch großartig einarbeiten. Heutzutage sind Blogs ohne technische Kenntnisse wunderbar zu durchschauen und zu bedienen. Aber es ist schon wichtig, sich mit den prinzipiellen Funktionen eines Blogs vertraut zu machen, um sie im Sinne deiner Besucher einzusetzen.

Schreib genug aussagekräftigen Start-Content!

Das gilt jetzt sowohl für brandneue Blogs als auch für dümpelnde: Ein Blog sollte nicht leer sein. Wer neu startet, schreibt oft ein „Herzlich willkommen, ich blogge jetzt“ und fängt dann an, auf Social Media und bestehenden Kunden zu sagen: Schau, ich hab jetzt ein Blog. Doch das Blog ist leer – oder es sind gerade mal ein, zwei Artikel drin. Damit verpufft deine erste Marketingwelle: Hallo, schau dir mein so gut wie leeres Blog an!

 Immer langsam mit den jungen Pferden. 🙂

Hast du dich fürs Bloggen entschieden, dann gib dir ein wenig Zeit, um richtig guten und für dein Blog repräsentativen Start-Content zu schreiben, damit in jeder eindeutig bezeichneten Kategorie 1-2 Artikel stehen.

Hast du ein dümpelndes Blog, willst jetzt aber neu durchstarten, dann schau dir bitte an, wie es um die Qualität der bisherigen Artikel steht und wie gut du sie selbst findest (vor allem im Hinblick auf den nächsten Punkt, ob sich das Lesen deiner Blogartikel für deine Zielgruppe lohnt). Liegt ein Blog brach, ist der Grund keineswegs immer, dass zu wenig Zeit zum Schreiben blieb, sondern daran, dass die Lust verloren gegangen ist oder sich das Gefühl einstellt „das bringt nichts“. Manche sind sehr kritisch mit ihren Texten und finden sie selbst langweilig oder „nichts Neues“. Hab keine Scheu davor, gründlich auszumisten! Es ist total okay, deine Beiträge durchzugehen, um zu sehen, was du löschen– oder vielleicht noch mal anders aufgreifen willst.

5 Gründe, Texte im Blog zu löschen

Es ist übrigens manchmal eine gute Idee, mit einem frischen Blog komplett neu anzufangen: Also vorab zu überlegen, welche Art von Blog du wirklich langfristig bedienen willst – und dann neu zu starten. Es passiert nie ohne Grund, dass Blogs dümpeln. Manchmal hat man auf das, was man angefangen hat, einfach keine Lust oder merkt, es ist alles irgendwie ziellos.

Ist in deinem Blog bisher lange nichts passiert, dann bedeutet „Startcontent“, dass du einige neue Artikel schreibst, sodass man nicht ins Blog klickt und denkt: Mei, hier ist ja seit letztem Jahr nichts mehr passiert, das lohnt sich nicht, dass ich noch mal reinschaue.

Verschenke handfestes Know-how = „Das lohnt sich!“

Wer einen Newsletter schreibt oder bloggt oder Informationen auf anderen Plattformen gibt, der geht immer in Vorleistung: Ich bin dieses Jahr zwanzig Jahre selbstständig, also gerade in die Anfangszeiten des Internets gerutscht. In dieser ganzen Zeit habe ich hauptsächlich durch Content akquiriert.

Das funktioniert nur dann, wenn du so schreibst,

  • dass du einen eigenen klaren Standpunkt nennst, sodass deine Art und Herangehensweise klar wird,
  • einen Draht zu deiner Zielgruppe herstellst,
  • und wenn deine Texte den Lesern direkt etwas bringen.

Voraussetzung ist außerdem, dass man das, worüber du schreibst, bei dir kaufen kann. Sonst hast du vielleicht viele Leser, die dich toll finden, aber es bringt deinem Business gar nix … oder zumindest nicht genug, dass es den Aufwand rechtfertigt.

Kostet dich das Schreiben mehr, als es dir bringt?

Hier im Blog erinnere ich immer an unseren „Expertenkopf“: Du weißt mehr als deine Zielgruppe. Du kennst Zusammenhänge. Du weißt, was warum wichtig ist. Du weißt, wie was genau geht.

Das ist jedoch bei Newslettertexten und Blogartikeln oft eine Hürde! Ich klicke so oft auf interessant klingende Artikel und könnte heulen, weil da, wo es spannend wird, Schluss ist.

Es nützt das aktivste Marketing nichts, wenn du im Newsletter und Blog nicht für die Leser „ablieferst“.

Dräng deinen potenziellen Lesern nichts auf!

Ein essenzielles Basic ist zudem, dass du niemandem was gegen seinen Willen aufdrückst:

  • Bitte trage Leute nicht von dir aus in einen Newsletterverteiler ein.
  • Mach keine Rundmails an alle Kontakte.
  • Sorg dafür, dass Leute einfach abonnieren und sich ebenso einfach austragen können.

Das meine ich gar nicht mal im Hinblick auf die DSGVO – sondern das ist ein respektvolles Umgehen mit deiner Zielgruppe. Ja: Wer ein Blog oder einen Newsletter startet, schreibt anfangs für wenig Leute.

Ich habe in den letzten zwanzig Jahren schon oft einen neuen Newsletter gestartet. Es ist eine besondere Phase: „Hurra, fünf Leute wollen meinen Newsletter lesen!“ – „Jetzt sind es 12!“ … Newsletter und Blogs sind mittel- bis langfristige Marketingwerkzeuge für dein Business. Es dauert anfangs, sie aufzubauen. Da scheint es attraktiv, einfach mal jeden, den man kennt, in den Verteiler zu packen, dann hat man immerhin schon 100 Leser und nicht nur zwei. Allerdings vergrätzt man damit gerade Leute, wo es bereits eine gute Verbindung gab.

Ein Blog und ein Newsletter sind ein Service von dir. Ein Angebot für interessierte Leser, das sie annehmen können – oder eben nicht. Je nützlicher es ist, desto eher nehmen sie es an.

Klemmst du dich aktiv dahinter, dein Blog bekanntzumachen, dann steigen die Leserzahlen. Und gerade diese Qualität der Freiwilligkeit machen Blogs und besonders Newsletter zu einem extrem wertvollen Marketingwerkzeug: Die Zielgruppe WILL WAS VON DIR.

Im nächsten Teil gebe ich dir einen ganzen Fächer an Möglichkeiten, wie du auf dein Blog oder deinen Newsletter aufmerksam machen kannst. Das ist etwas, das ständig mitlaufen muss, wenn du schneller größere Leserzahlen erreichen willst. Je mehr Leser du für dich gewinnst und je nützlicher deine Artikel sind, desto mehr helfen dir deine Leser dabei, dass es mehr werden.

In diesem Zusammenhang muss ich nochmal was betonen, was ich hier im Blog schon öfter erwähnt habe: Wir brauchen nicht irgendwelche Leser. Es bringt gar nichts, lediglich auf die Gesamtanzahl zu schielen. Wir müssen dafür sorgen, dass wir einschlägige Leser bekommen, die potenzielle Kunden werden können.

Ein weiterer Grund, warum wir selbst Energie und Zeit reinstecken müssen und uns nicht nur auf Suchmaschinen verlassen dürfen.

Teil 2: Marketing