Blog + Newsletter

Bloggen fürs Einzelunternehmen – ein ABC

Setzt du beim Marketing aufs Internet, ist das Bloggen ein wertvolles Werkzeug. Allerdings ist ein Blog mit viel Arbeit verbunden und es ist vor allem nicht damit getan, einfach draufloszuschreiben:

Kostet dich das Schreiben mehr, als es dir bringt?

Das Bloggen ist wie ein Geschenk: Wir machen unseren Lesern eine Freude, indem wir interessante, nützliche Beiträge liefern, die sie gerne lesen. Doch wir sind selbstständig – und schreiben fürs Business. Wir brauchen also ein Win-Win.

Ausdauer beweisen

Ein Blog ist ein mittel- bis langfristiges Marketingwerkzeug. Damit das Bloggen sich überhaupt für dein Business auszahlen kann, braucht es in kurzen Intervallen über einen längeren Zeitraum nützlichen Content:

  • Dadurch wird dein Blog relevant, weil eine Fülle mehrwertiger Inhalte entsteht.
  • Deine Reichweite steigt, neue Leser und potenzielle Kunden finden dich.
  • Bestehende Leser bleiben konsequent dran, weil immer wieder was Neues, Interessantes für sie dabei ist.

Zu viele Blogs dümpeln vor sich hin beziehungsweise die Selbstständigen geben zu schnell auf, weil sie enttäuscht sind, dass „es“ nichts bringt.

Blogmarketing machen

Dein Blog wird nicht automatisch von Kunden und passenden Multiplikatoren gefunden. Es ist wesentlicher Teil der Aufgabe, dein Blog kontinuierlich bekanntzumachen. Nur so kannst du gezielt die Leserschaft aufbauen, die du haben willst. Relevant sind für uns Aufträge. Klar wird nur ein kleiner Teil der Leserschaft tatsächlich kaufen. Doch das ist unser Ziel! Es geht also nicht darum, einfach nur Suchmaschinenoptimierung zu betreiben oder auf Logs zu schielen, ob „mehr“ Leute da sind. Du brauchst die, die deiner Käuferzielgruppe entsprechen und für die du ein kaufbares Angebot hast.

Content verknüpfen

Nutze die Gelegenheit, auf Fremd-Content mit einem eigenen Blogbeitrag zu antworten, Inhalte zu ergänzen oder ihnen konstruktiv zu widersprechen. Oder du verwendest eine Aussage, ein Video, o. Ä. als Sprungbrett für ein eigenes Thema. Dadurch untermauerst du deine Argumentation und bringst mehr Tiefe in deine Beiträge. Außerdem profitiert dein Blog, weil eine stärkere Verbindung zum anderen Urheber besteht, der dann von sich aus darüber redet oder es weiterteilt.

Draht herstellen

Das Besondere am Bloggen ist der direkte Kontakt zur Zielgruppe. Als EinzelunternehmerInnen sind wir unser Business. Wer daher nur neutrale Informationen bloggt, auch wenn sie nützlich sind, verschenkt fast alle Vorteile. Ein persönlicher Draht baut Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sympathie auf – das schafft Bindung und verkürzt den Schritt zum Auftrag.

Formular: Wie gut ist der Draht zu deinen Lesern [Kunden]?

Erfahrungen einbringen

Dein Business-Blog lebt durch deine Persönlichkeit und vor allem durch deine eigenen Erfahrungen. Das macht deine Artikel individuell, denn du gibst deinem Fachwissen immer einen eigenen Stempel. Das macht es für deine Leser interessant. Außerdem wird Fachwissen im Alltag verankert, dadurch ist es viel leichter zu verstehen. Und dir fällt das Bloggen leichter, denn du brauchst lediglich aus deiner Erfahrung schöpfen!

Fokussiert schreiben

Viele Blogs wirken recht willkürlich – man schreibt halt zu seinem riesigen Fachgebiet, was einem gerade einfällt. Doch ein Blog braucht unbedingt Fokus! Das tut nicht nur den Lesern gut, sondern vor allem dir selbst: Mit einer klaren Ausrichtung baust du relevante Inhalte auf, hast deine Zielgruppe und den Nutzen klarer im Blick und kannst jeden Artikel viel gezielter ausrichten.

Gastbeiträge nutzen

Es bringt Reichweite, auf einer anderen Internetplattform zu veröffentlichen, sofern sich dort die für dich maßgebliche Zielgruppe aufhält. Auch umgekehrt sind Gastbeiträge oder Interviews durchaus bereichernd: Du kannst neues Know-how in dein Blog integrieren, Leben in die Bude bringen und der Gastautor weist auf dein Blog hin. Bitte aber nie irgendwelche Gastbeiträge von anderen annehmen, sondern genau auswählen und vor allem gezielt steuern: Andere interviewen.

Herangehensweise vermitteln

Ein zentraler Vorteil eines Businessblogs ist, dass du potenziellen Kunden zeigen kannst, wie du arbeitest: Darum ist es essenziell, dass du deine Art, Denke, Standpunkte und Herangehensweise einbringst. So lernt man dich wirklich kennen. Es entsteht ein persönlicheres Band und die Wahrscheinlichkeit, dich zu beauftragen – und zu empfehlen – steigt enorm! Außerdem ist es ein erwünschter Filter, wenn deine Herangehensweise nicht dem entspricht, was jemand sucht.

Ich-ich-ich

Ja, dein Blog soll deinen Stempel tragen. Ja, du bringst deine Meinung und Erfahrungen ein. Ja, es ist toll, aus dem Nähkästchen zu plaudern und immer mal was von dir persönlich preiszugeben. Doch pass auf, dass deine Inhalte nicht zu ichbezogen sind. Die Perspektive deiner Leser, der Blick auf deren individuelle Situation + Realität, ist enorm wichtig, damit du echten Mehrwert bringen kannst – auch wenn du viel von dir erzählst.

Jammer-Phasen

Es wird Zeiten geben, in denen du lustlos bist, mit dem Bloggen haderst oder dir einfach die Motivation fehlt. Das ist völlig normal. Leg einfach eine (angekündigte) kleine Pause ein. Bring frischen Wind rein, indem du dein Blog auf- oder umräumst und mach dir das Schreiben interessant durch neue Artikel-Formen, Downloads oder ungewohnte Blickwinkel. -> siehe „vielseitig schreiben“

Know-how verschenken

Ein Blog ist eines der besten Marketingwerkzeuge, die ich kenne:

  • Du hast völlig Freiheit, worüber du wie schreibst.
  • Du bist direkt an deinen Kunden (+ kannst neue gewinnen).
  • Du schaffst Vertrauen und kannst ein Band aufbauen.

Allerdings bedeutet das, dass du in Vorleistung gehst und richtig freigebig damit bist, dein Wissen zu verschenken. Wer nur sehr allgemein bloggt, was überall sonst steht oder nur anteasert und dann sofort auf Kaufleistungen verweist, sabotiert sich.

Lesefreundlich sein

Das „Schreiben wie du sprichst“ – der Plauderton – ist die wirkungsvollste Zutat für Lesefreundlichkeit. Neben dem Layout, das natürlich ebenfalls eine Rolle spielt (Schriftgröße, Absätze, kontrastreiches Lesen, etc.). Wenn wir schreiben, tun wir das in der Regel leise, in unserem Kopf. Plus: Meistens haben wir leider gelernt, schriftlich etwas sperrig und neutral zu formulieren. Doch das Blog bist du! Du kannst mit deinen Lesern plaudern, die sollen dich richtig raushören. Das macht deine Texte nicht nur persönlicher, sondern viel natürlicher und flüssiger.

Meinung sagen!

Deine Meinung ist eine der ergiebigsten Zutaten für Artikel. Sie ist außerdem für deine LeserInnen besonders interessant. Denn wer sich traut, einen klaren Standpunkt zu vertreten,

  • hat was zu sagen und ist so mutig, es zu tun,
  • zeigt echtes Engagement,
  • schreibt nicht, was schon überall sonst steht [weiterlesen]

Wie stehe ich, der Mensch, dazu?

Nutzen bieten

Damit dein Blog wirklich was bringt – dir selbst und deinen Lesern – braucht es handfesten Nutzen. Wie ich immer sage: Nur in der Tiefe steckt der Lesernutzen! Darum sei bitte nicht geizig mit Mehrwert und nimm dein Gegenüber fest an die Hand. Je mehr Aha-Effekte und Verbesserungen deine potenziellen Kunden durch dein Blog haben, desto mehr wachsen Publikum + tatsächliche Aufträge.

Ordnung wahren

Ein Blog braucht klare Orientierungspunkte, und es ist sehr wichtig, dass du deine Kategorien so aussagekräftig benennst, dass du Artikel wirklich eindeutig zuordnen kannst. Bitte nutz unbedingt Schlagwörter! Die werden gerne vernachlässigt oder uneinheitlich benutzt. ->siehe „tags“

Bloggst du fleißig in kurzem Intervall, wachsen die Inhalte schnell an: Es ensteht eine wahre Fundgrube an nützlichen Inhalten, die regelmäßig gewartet werden will.

Plankton

Je größer und schwammiger dein Thema, desto mehr bleibt ein Blogartikel an der Oberfläche. Darum plädiere ich so dafür, für Blogbeiträge richtig kleine Themenfacetten rauszubrechen [„Plankton“] und sie pro Text richtig fokussiert aufzuhängen [„Plankton-Arbeitstitel“]. Wenn du schon länger mitliest, erinnere dich: Plankton heißt so, weil es immer noch viel kleiner ist, als du denkst! – Wenn du nicht weißt, wovon die Rede ist, schau in die Schreib-Basics!

Quickies nutzen

Damit sich im Blog regelmäßig etwas rührt, sind Kurzformate eine schöne Sache. Es muss nicht ständig ein langer Artikel sein! Ein Blog wird vielseitig und lebendig, wenn du verschiedene Formate nutzt: Ideen für Quickie-Formate.

Kurzformate schulen zudem das differenzierte Hinsehen. Du wirst oft staunen, was es alles zu sagen und beachten gibt, selbst wenn es „nur“ um eine Denkfrage oder kleine Übung geht.

regelmäßig posten

Besonders, wenn du dir etwas aufbauen willst – Blog/Newsletter frisch auf den Markt bringen; deinen Bekanntheitsgrad erweitern; konsequent die für dich interessante Zielgruppe aufbauen –, ist eine höhere Schlagzahl erforderlich:

Stil entwickeln

Gerade weil du in einem Blog tun und lassen kannst, was du möchtest, wird sich – wenn du experimentierst und dir freie Hand lässt – dein ganz eigener Stil herauskristallisieren. Je mehr du von dir einbringst, desto mehr trägt das Blog deinen Stempel (= das Ideal!). Doch der eigene Schreibstil ist nichts, das von heute auf morgen da ist. Und es ist nichts, das irgendwann beendet ist. Ich blogge seit zwanzig Jahren und obwohl ich schon früh persönlich und „eigen“ geschrieben habe, staune ich selbst, wie ich mich von Jahr zu Jahr weiter zu mir selbst hin entwickelt habe, was das Schreiben angeht. Es geht also immer noch was. 😉

Tags zuordnen

Damit sämtliche Blogartikel wahrgenommen werden, auch die älteren, ist es wichtig – und servicebewusst – zusätzlich zu den Kategorien unbedingt Schlüsselwörter zu vergeben. So können deine Leser auf für sie relevante Suchbegriffe klicken, die dem Artikel zugeordnet sind, und weitere dazu passende Artikel finden. Plugins, wie das von mir genutzte YARPP, die unter dem Artikel weitere interessante Artikel empfehlen, nutzen ebenfalls Suchbegriffe. Das heißt, die Empfehlungen werden passender, wenn du ordentlich verschlagwortest. Schlüsselwörter müssen gewartet werden! Oft fällt einem erst später ein neuer Begriff ein oder es gibt Fehler in der Schreibweise, so dass die Verschlagwortung uneinheitlich wird.

Ueberarbeiten [haha, bissl getrickst!]

Viele nehmen sich zu viel Zeit, bis ein Blogbeitrag veröffentlichungsreif ist. Doch das Bloggen bezahlt uns niemand! Es kann also nicht sein, dass wir ewig und drei Tage an einem einzigen Blogbeitrag sitzen. Das ist nicht rentabel, es macht keinen Spaß, weil alles so in Arbeit ausartet, und es führt zu dümpelnden Blogs. Klar ist es gut, einen Artikel am Schluss zu polieren – oder, wenn was nicht stimmig ist, es zu reparieren. Doch idealerweise gehst du beim Schreiben schlüssig Schritt für Schritt vor: Vom Plankton übers Konzept zum Quick-&-Dirty-Entwurf bis zum Feintuning. Auf diese Weise gibt es kein großartiges Überarbeiten – und alles geht schneller.

Vielseitig schreiben

Wer viel bloggt, braucht ein reiches Schreibrepertoire, so bleibt das Schreiben vielseitig. Fordere dich beständig neu, denn du wirst eine Routine entwickeln, was gut ist, weil das Schreiben in gewohnten Mustern schneller geht. Doch es führt halt auch zu einem Déjà-vu, dann wird es für Autoren und LeserInnen irgendwann fad. Im Blog findest du ewig viele Ideen, u. a. durch verschiedene Artikel-Formen, frische Themenwahl und hilfreiche Formulare. Probier dich durch!

Werbung trennen

In puncto Eigenwerbung gibt es mitunter ein kleines Missverständnis: Manche glauben, sie dürften gar nicht auf sich und ihre Leistungen hinweisen. Manche übertreiben es und meinen, sie müssten andauernd explizit innerhalb von Texten auf Seminare, etc. zu sprechen kommen. Und einige wenige füllen ihre Blogs lediglich mit Werbetexten.

Wenn dein Blog in deiner Businesswebsite integriert ist, wenn das, was du tust, klar ersichtlich ist (im Header und der Navigationsleiste), dann sind deine Leistungen eh fest im Blick. Durch deine nützlichen Texte, in die deine Art, Erfahrung + Herangehensweise einfließen, wird ohne direkte Werbung klar, was du machst und was du auf dem Kasten hast. Es ist also nicht nötig, in jeden Text direkte Werbung reinzuschreiben: Wann ist Eigenwerbung unangenehm?

x-mal sagen

Nicht jeder liest eine Website von vorn bis hinten durch. Und nichts, was du einmal gesagt hast, bleibt auf ewig hängen oder ist voll verstanden worden. Zudem sind die Dinge komplexer. Darum kommt es im Blog selbstverständlich vor, dass du auf dasselbe Thema wiederholt zu sprechen kommst: Auf neue Weise, indem du andere Aspekte, Tipps oder Schwierigkeiten aufbringst. Oder es handelt sich um zentrale, wichtige Grundsätze, an die du deine LeserInnen immer wieder erinnerst. Denk also bitte nie „Das hab ich ja schon mal gesagt, darum kann ich das jetzt nicht nochmal aufgreifen.“

Youtube & Co.

Es ist – unter Rücksicht auf die Datenschutzregelungen und Infopflichten – eine schöne Möglichkeit, Beiträge aus anderen Plattformen einzubetten. Das können eigene Beiträge sein, wie bei mir die Videos oder Tweets. Es können nützliche oder hilfreiche Statements von anderen Leuten sein, die du idealerweise mit eigenem Kommentar oder Tipps anreicherst. Das gibt dir neuen Stoff für Blogideen. Es dockt an Fremdcontent an. Und es bringt Leben ins Blog. Fremdbeiträge eigenen sich auch sehr gut für Quickies.

Zum Tun anregen!