anfangen, Image-/Werbetexte

Flyer (Teil 1) – Bevor du schreibst: Das Wo, Wie, Was entscheiden

Der größte Fehler, Ihr wisst es schon, ist das Vorpreschen: „Ich brauche einen Flyer“ … und schon geht das wilde Getexte los.

Handbremse rein! Bitte vorausdenken!

Bei Flyern haben sich drei Bausteine bewährt, zu denen du dir vorab Gedanken machen und einige Entscheidungen treffen solltest:

Baustein 1: Wo? – Anlass und Verteilen

 Für jede Marketingaktion gilt: Je zielgerichteter, desto besser.

Der Einsatz deines Flyers ist relevant.

1 a) Wofür genau brauchst du den Flyer?

z. B.:

  • für eine bestimmte Veranstaltung – Welche?
  • zum Weitergeben, damit Bekannte, Geschäftsleute oder Ärzte ihn bei sich auslegen
  • als Aushang – Wo (beim Friseur, beim Arzt, im Supermarkt, in der Apotheke, …)?

1 b) Sofern sich das nicht aus der vorherigen Antwort ergibt: Wie bringst du das Flugblatt unter die Leute?

z. B.:

  • kommt zur Selbstbedienung in einen Ständer
  • wird ausgehängt
  • übergebe ich persönlich (z. B. bei Netzwerktreffen, Veranstaltung xy)
  • lege ich meinen Akquisebriefen bei

Mach dir darüber konkrete Gedanken! Denn der Inhalt, das Format und Layout hängen davon ab: Wenn Leute im Vorbeischlendern oder auf mehrere Meter Entfernung darauf aufmerksam werden und sie das Wichtigste erfassen sollen, dann ist das was völlig anderes, als ob ich den Flyer meinen Seminarunterlagen oder einer Rechnung beilege.

Auch das Umfeld spielt eine Rolle. Statt einen Flyer zu machen, der auf alles passen soll, ist es schlau, den Zusammenhang zu nutzen. Wenn ich als Physiotherapeut einen Flyer in Altersheimen auslege, sollte der anders ausfallen, als wenn ich ihn in Sportvereinen platziere, wo ich mich an Leistungssportler wende. – Was absichtlich ein sehr plakatives Beispiel ist, ich komme gleich noch mal darauf zu sprechen.

Und ja, ich will damit sagen, dass es durchaus sinnvoll ist, verschiedene Abwandlungen eines Flyers zu machen. Das ist ein bisschen mehr Aufwand, doch es erlaubt dir, den Flyer passgenau auf die angepeilte Zielgruppe auszurichten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er dir was bringt. Ein guter selbst gedruckter Flyer oder eine kleine Auflage im Digitaldruck ist heutzutage glücklicherweise kein Ding mehr.

Baustein 2: Was? – Zielgruppe und Ziele

2 a) Zielgruppe: Definiere ganz genau, welche Zielgruppe(n) du mit dem Flugblatt erreichen willst.

2 b) Deine Ziele, die du mit dem Flugblatt verfolgst:

Es gibt zwei Arten von Zielen:

  • Was die Zielgruppe durch den Flyer erfahren soll.
  • Was die Zielgruppe idealerweise tun soll.

Du weißt durch die Antworten zum ersten Baustein bereits, wofür du den Flyer brauchst. Jetzt entscheide dich: Brauchst du einen Imageflyer, der einen Überblick über dein gesamtes Business bringt – oder willst du mit dem Flugblatt eine bestimmte Leistung/Problematik deiner Zielgruppe in den Mittelpunkt stellen?

Hast du das entschieden, leg die Kernziele aussagekräftig fest. Bitte sei bei beiden Antworten spezifisch! Das kann beispielsweise so aussehen:

oder

Du siehst: Hier wird noch nix formuliert!  Du legst nur aussagekräftig deine Kernziele fest.

Baustein 3: Wie? – Format und Faltung

Es kann sein, dass du von vornherein ein bestimmtes Format favorisierst. Wenn dem nicht so ist, ist es dennoch wichtig, vor dem Schreiben zu wissen, wie viel Platz du hast und wo der jeweilige Text platziert wird.

Das Format:

Bei einem Flyer haben viele ein dreifach gefaltetes A 4-Blatt im Kopf (auf „Lang Din-Format“). Doch die Möglichkeiten sind vielfältiger:

  • Ein beliebiges Format kann ein- oder beidseitig bedruckt werden = eine Karte
  • Oder du wählst ein Format, das du hoch oder quer faltest (zur Faltung kommen wir gleich).

Druckst du selbst, empfiehlt sich ein Format, das dein Drucker handlen kann oder das mehrfach in A 4 passt, so dass du es einfach schneiden kannst.

In der Regel wird dein Ausgangsformat A 5 oder A 4 sein. Denk dran, dass das Format durchs Schneiden oder Falten ein extremes Hoch- oder Querformat ergeben kann. Das gibt dir andere Möglichkeiten mit dem Text + je nach Einsatzgebiet sticht die Vorderseite besser ins Auge. – Bei Postversand darauf achten, dass ein ungewöhnlicheres Format das Porto in die Höhe treiben kann.

Ein sehr schönes Format, das nicht so oft beachtet wird, ist übrigens die Lang-Din-Karte, bei der an einer Außenseite deine Visitenkarte abgetrennt oder abgeschnitten werden kann.

Die Faltung:

In der Regel wird horizontal oder vertikal gefaltet.

  • A 5 oder A 4 kann einmal in der Mitte gefaltet werden – hochkant oder quer
  • Oder du faltest öfter. Je nach Einsatzgebiet und Textmenge kann das interessante Effekte geben.

Natürlich ist auch möglich, deinen Flyer quadratisch oder rund zu machen. Das treibt den Aufwand (und beim professionellen Herstellen) die Kosten in die Höhe.

Es ist außerdem wichtig, vorab zu entscheiden, in welchem Muster gefaltet werden soll.

Ein typischer A 4-Flyer, der zweimal zum Gesamtformat Lang-Din gefaltet wird, kann nach innen gefaltet sein [Wickelfalz] oder wie eine Ziehharmonika [Leporello].

Oder das A 4-Papier hat als Endformat A 5, sodass zwei schmalere Außenseiten nach vorne innen schließen, die Titelseite praktisch geteilt ist [Altarfalz].

Das sind nur einige Beispiele: Du kannst ganz verschieden falten.

Nimm dir ein Blatt Papier in dem Format, das du verarbeiten willst. Das wird bei den meisten A 4 sein, aber es kann natürlich kleiner sein.

Jetzt falte das leere Blatt mal so, wie du es dir vorstellst. – Wenn du noch keine Vorstellung hast, probier mal verschiedene Faltungen aus. Bei deinem zusammengefalteten „Dummy“ bekommst du das richtige Gefühl, was der Leser wann sieht, wenn er den Flyer in der Hand hält und aufklappt.

Nehmen wir einen klassischen nach innen gefalteten Flyer: Der Leser sieht zuerst nur den Titel – wenn er aufklappt, hat er eine Doppelseite vor sich – die Innenseiten sind noch verborgen:

Es ist sehr wichtig, diese Aufteilung beim Konzipieren des Flyers zu beachten! Nur so kannst du Text sinnvoll positionieren + die besten Inhalte auswählen. Vor allem kannst du die Stellen, die am stärksten im Blickfeld sind, für dich nutzen.

Nimm deinen leeren, zusammengefalteten Dummy und schreib mit einem deutlichen Filzstift drauf, welche Seite wo ist. Dann faltest du das Blatt wieder auseinander. In meinem Beispiel sieht das so aus:

… vielleicht faltest du nur einmal mittig, quer oder hochkant – vielleicht faltest du einmal mehr als ich.

So oder so hilft dir ein beschrifteter Dummy dabei, den Überblick zu bewahren, was wo sichtbar ist. Du kannst bei der Arbeit daran jederzeit kurz zusammenfalten.

Und: Beim späteren Drucken bist du nicht verwirrt, sondern hast bereits alles richtig angeordnet. 🙂

Der Dummy ist ein wichtiges Werkzeug für dich, wenn es ans konkrete Konzipieren der Inhalte geht.

 

Im zweiten Teil gebe ich dir Tipps zum Konzipieren deiner Inhalte: Was kommt wohin?