Lesernutzen, Ratgeber schreiben

Selbsteinschätzung zum Ankreuzen – Die Gegenüberstellung

Da einige von euch gerade Online-Kurse schreiben oder einen Ratgeber anpeilen, hier eine Variante für die Selbsteinschätzung zum Ankreuzen:

Bei der Gegenüberstellung entscheidet sich der Leser für eine klare Tendenz. Die Skala in der Mitte kann natürlich weiter abgestuft sein, sofern es der Aussagekraft dient. Das hängt immer davon ab, was genau abgefragt wird und wie deine Auswertung aussieht.

Vorsicht!

Ein typischer Fehler bei der Gegenüberstellung ist es, einfach auf beiden Seiten dasselbe sagen, nur einmal positiv und einmal negativ formuliert:

Das ist nicht nur total langweilig, es erschwert außerdem das Reflektieren – besonders wenn du viele Statements vorgibst –, weil die Statements sich kaum unterscheiden.

Natürlich sind es zwei Pole, sodass von der Grundaussage her die linke Aussage mit der rechten zusammenhängt. Wie du oben im Beispiel siehst, lassen sich die durchaus anders ausdrücken.

Vor allem gibt es bei völlig gleicher Formulierung keinen Grund, eine Gegenüberstellung zu machen! Es würde völlig reichen, entweder nur die positiven Statements oder nur die negativen abzufragen und zu sagen: Kreuze an, was für dich zutrifft:

Hier bitte dran denken, dass die Statements in die gleiche Richtung formuliert sein müssen. Was das heißt, habe ich hier erklärt.

Natürlich ist es möglich, statt dem „kreuze an, was zutrifft“ eine differenziertere Bewertung zu verwenden. Auch das hängt davon ab, wie du die Selbsteinschätzung konzipierst, also um welches Thema es geht und was genau der Leser erfahren soll, um Aha-Effekte zu bekommen und wie er damit weiterarbeiten soll.

Ich kann es nicht oft genug sagen: Gute Selbsteinschätzungen sind nicht einfach irgendwas zum Ankreuzen, sondern wir Fachleute coachen unsere LeserInnen damit,

  • in Eigenregie zu erkennen, worum es geht,
  • und in der Lage zu sein, etwas mit den Ergebnissen zu tun.

Viel zu oft werden irgendwelche Sachen angekreuzt und der Leser steht dann davor und sagt: „Ja, und jetzt?“