Du planst zu bloggen oder willst ein bestehendes Blog neu ausrichten?

Überlegst du, endlich mit einem Blog zu starten? Oder hast du eins, aber irgendwie scheint es nichts zu bringen? Vielleicht läuft es super, aber du musst dich immer öfter zum Bloggen zwingen?

Im „Coronajahr“ kommt hinzu, dass sich viele EinzelunternehmerInnen aktiv verändern. Manche von uns verlagern ihre Leistungen ein wenig, weil das Bisherige gerade nicht mehr so richtig zieht. Andere nutzen die ungewollte Flaute dazu, ihrem Business frischen Wind einzuhauchen.

Bei einem Blog heißt das, ganz von vorne anzufangen und dir Gedanken zu machen, wozu du überhaupt Mitteilungsdrang hast!

Dein Blog muss nicht 1:1 abbilden, was du im Alltag an Themen behandelst. Für ein Blog ist es sogar gut, wenn es sich thematisch klarer zuspitzt. Du kannst das Blog zielgerichteter an die Zielgruppe bringen und hast zudem die Möglichkeit, aus der Masse an Blogs herauszustechen.

1. Dein Fachgebiet näher bestimmen

Das ist der erste Knackpunkt, wo die meisten schon viel zu grob rangehen. Sie nehmen ihren Beruf her, z. B. „Ich bin Heilpraktiker, mein Thema ist Gesundheit“ oder „Ich bin IT-Trainerin, bei mir gehts um die Software-Nutzung“.

Alle unsere Fachgebiete haben eine Bandbreite, aber jeder von uns hat klare Schwerpunkte! Ich habe beispielsweise ein Schreib-Blog, aber viele Schreibbereiche behandle ich gar nicht: Bei mir gibts nix zu PR, nix zu Belletristik, nix zu technischer Dokumentation, …

Darum schreib dir zunächst mal Schwarz auf Weiß hin, was du tatsächlich machst. Dann steht da zum Beispiel:

Ich bin Heilpraktiker. Meine fachlichen Schwerpunkte sind: 

  • Prävention, weil es mir am liebsten ist, wenn die Leute nicht erst kommen, wenn sie krank sind – also Gesundheit erhalten und fördern
  • Psychische Krisen (etwa durch Unfall, schwere Diagnosen, Todesfälle, Existenznot)
  • Ernährung und „schwer Verdauliches“/Allergien

Es geht, wie gesagt, zunächst darum, klarer aufzuschreiben, was du JETZT machst. Vielleicht sind das bei dir sieben Punkte, weil du eine größere Bandbreite hast. Völlig okay! Führe dir einfach mal differenziert vor Augen, wie dein thematisches Business-Profil aussieht.

2. Rosinen picken: Was interessiert dich am meisten?

Jetzt schaust du dir deine Schwerpunkte an und markierst das, was dich am meisten interessiert – und da kannst du natürlich ein wenig weiter in die Tiefe gehen, z. B.

Dich thematisch auf ein Teilgebiet einschießen

Sagen wir, die IT-Trainerin hat die von ihr behandelten Programme aufgeschrieben – Word, Excel, Powerpoint, WordPress, E-Mail-Nutzung – und dann ihr Fachgebiet näher definiert:

  • Erste Schritte – absoluten Anfängern, die kein bis wenig Grundwissen und oft auch Hemmungen am Computer haben
  • Für Fortgeschrittene – Tricks, wie Tastenkombination, weniger bekannte Funktionen vermitteln
  • Sicherheit: Wie man Computer generell sicher macht, wie man Dokumente absicher, die von mehreren bearbeitet werden müssen (also programmeigene Sicherheitsmaßnahmen wie „gegen Bearbeiten sperren“ und wie man das sinnvoll nutzt)
  • Troubleshooting: Was oft bei großen Dokumenten verkehrt gemacht wird, wo sich Fehler einschleichen, was ist, wenn ein Dokument beschädigt ist oder versehentlich gelöscht scheint

Jetzt schaut sich die Trainerin das an und merkt: „Also Erste Schritte, da gibts bereits wahnsinnig viel und ich habe keine Lust, das schreiberisch anzugehen. Was ich total mag, sind die Tricks und weniger bekannten Funktionen, weil da alle immer AAAAAAH rufen und sich tierisch freuen, weil das die Arbeit total erleichtert. Was ich auch mag und voll wichtig finde, ist die Sicherheit, weil viele überhaupt nicht wissen, was dabei alles möglich ist.“

Wir haben innerhalb unseres Fachgebietes immer etwas, das uns mehr interessiert oder das wir bedeutender finden. Fürs Blog ist es gut, das herauszufinden.

Dich auf eine Zielgruppe fokussieren

Es kann sein, dass du für dein Blog eine spezielle Zielgruppe favorisierst, weil sie dir mehr am Herzen liegt oder du es sinnvoll findest, hier Informationen und Tipps zu geben. So coacht und berät ein Kommunikationstrainer vielleicht Führungskräfte und ist streng im Businesskontext unterwegs. Am Herzen liegt ihm aber der „ganze Mensch“, also die Privatperson Führungskraft. Darum macht er ein Blog zu Knatsch + Streit im privaten Bereich. Um seinen Kunden auf Privatebene nahezubringen, wie sie sich selbst und mit PartnerIn/Familie verhalten, was man oft beruflich (teilweise unbeabsichtigt) mit nach Hause nimmt und dort Knatsch provoziert oder sich unfair verhält. Der Kern: Wir sind alle „ganze Menschen“, man kann Kommunikation nicht abkoppeln und nur beruflich betrachten.

Oder jemand macht Selbstmanagement-Trainings und findet cholerisches Verhalten besonders spannend, weil da viel gepoltert wird, aber seiner Ansicht nach immer Unsicherheit, mangelnde Impulskontrolle, … dahintersteckt. Also zieht er ein „Choleriker-Selbstverständnis-und-Erste-Hilfe-Blog“ auf.

Mach dir das Bloggen interessant!

Über einen langen Zeitraum in kurzer Schlagzahl immer wieder Artikel zu schreiben, ist ein Marathon + kein Sprint. Also tu dir den Gefallen und verschaff dir Rückenwind, indem du Inhalte wählst, die du so richtig spannend findest.