Autor: Gitte Härter

Formulierungsverrenkungen

Auf typische Schreibmacken gehe ich immer wieder ein: Kurze Sätze sind besser als lange. Hauptwörter in Verben auflösen. Aufzählungen nicht mitten im Satz. und und und Natürlich ist das immer nur eine Erinnerung. Denn das wissen Sie ja alles. Wie kann es dann aber sein, dass sich immer wieder die gleichen Formulierungsverrenkungen einschleichen? Sogar bei Stammkunden von mir, die auf den Plauderton sensibilisiert sind?

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Den Text vorausdenken

Nachher treffe ich mich mit einer Freundin. Vorher habe ich ein paar Besorgungen zu erledigen. Dafür könnte ich aus dem Haus gehen, ohne zu überlegen. Ich gehe einfach mal nach rechts, grobe Richtung zur U-Bahn. Da kommt dann irgendwann ein Bäcker und dann werde ich schon sehen, was ich als Nächstes besorge. Auf diese Weise komme ich irgendwie ans Ziel. Es wird auf jeden Fall länger dauern und wenn ich ungeschickt bin, schleppe ich mich total ab, zum Beispiel weil ich den schweren Packen Papier zuerst besorge und dann in die nächsten Läden wuchten muss. Oder weil ich die zehn Rollen Klopapier unterm Arm geklemmt halte, während ich Obst aussuche.

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„Wer will das lesen?“ (Teil 2)

Das innere Stimmchen „Wer will das lesen?“ deutet nicht einfach nur auf Selbstzweifel hin. Es gibt sehr viele Gründe dafür – und je nachdem, was gerade vorliegt, gibt es unterschiedliche Lösungswege. Im ersten Teil ging es um eine pessimistische Ader und die weit verbreitete Verunsicherung, weil schon alles gesagt scheint. Außerdem haben wir darüber gesprochen, dass man manchmal das Thema selbst nicht spannend findet oder schlichtweg keine Lust hatte beim Schreiben. Dazu kommt, dass viele ihre Schreibe uninteressant finden. Aber es gibt noch weitere Facetten:

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„Wer will das lesen?“ (Teil 1)

Wenn ich für jedes Mal, wo ich diese Bemerkung höre, 50 Cent bekommen würde, hätte ich mir bereits die Villa Cognac gebaut.* Aber schauen wir mal näher hin. Denn wann immer Sie sich diese Frage stellen, gibt es einen ganz bestimmten Grund, der Sie weiterbringen kann. Es ist zu kurzsichtig, das nur mit Selbstzweifeln abzutun. Übrigens: Auch bei selbstbewussten Textprofis meldet sich dieses innere Stimmchen gerne mal. Hinter diesem „Wer will das lesen?“ können ganz unterschiedliche Nuancen stecken. Mir fallen spontan diese zehn ein:

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Das verflixte Leseverhalten

Immer wieder ist in meinem Blog ja die Rede vom Lesernutzen und davon, sich in seine Leser hineinzuversetzen. Natürlich ist Ihnen eh klar, wie wichtig dieser Perspektivenwechsel ist. Gerade im Business, wo wir ganz genau wissen, worum und wie etwas geht – unsere Leser aber nicht unbedingt. Als Autoren können wir uns reinhängen und alles richtig machen:

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