Alle Artikel in: Stil + Stilmittel

Die Wiederholung als Klarmacher

Vor einem Jahr haben wir schon mal über das Stilmittel der Wiederholung gesprochen. Damals ging es um die Wiederholung als Verstärker. Eine etwas andere Art der Wiederholung ist es, in einem Text die gleiche Sache aus einem positiven und einem negativen Blickwinkel zu betrachten. Das bringt Ihren Lesern einen großen Zusatznutzen: Klarheit! Besonders nützlich ist das bei jeder Form von Anleitung. Sie wissen ja: Übungen und Anweisungen glasklar zu beschreiben, ist gar nicht so leicht.

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Wie groß ist der Verbiegegrad?

1991: Mein Chef in der Medienagentur runzelt die Stirn: „Wenn wir jemals mit einem Kunden vor Gericht ziehen müssen, werden wir gewinnen, weil du die korrekt formuliertesten Briefe schreibst. Aber das ist zu korrekt, es grenzt an Unfreundlichkeit!“ Er hat recht. In der Anwaltskanzlei habe ich jahrelang täglich distanzierte Briefe mit mehr oder weniger unterschwelligen Drohungen verschickt. Vom Plauderton war ich weit entfernt.

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Polarisieren

Rap-Musik, Mario Barth, Esoterik, Rauchen, Stereotypen über Frauen und Männer … es gibt Themen, die polarisieren. Da gibt es dann meistens kein neutrales Mittelfeld, sondern gespaltene Lager. Das gilt für Geschmack, Vorlieben, Humor und unsere Werte. Natürlich gilt es auch für Sprache.

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Die Wiederholung als Verstärker

Mit einer Wiederholung betonen Sie etwas ganz besonders. Beim Sprechen machen wir das oft ganz automatisch. Wer Grey’s Anatomy schaut, kann mal auf diesen Wiederholungseffekt aufpassen: Die Drehbuchschreiber dort lieben die Wiederholung! Es vergeht keine Folge, wo nicht mindestens einmal – oft mehrmals – in einem Dialog jemand etwas zweimal sagt (hin und wieder sogar fünf oder sechsmal).

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